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	<title>Kommentare zu blendwerk ›</title>
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	<description>simplicity kills philosophy (oder: existentielle migräne).</description>
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		<title>Kommentare von Lara zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-728</link>
		<dc:creator>Lara</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 15:20:19 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Wenn den Menschen die Wiedereinführung der Todesstrafe ein Gefühl von Sicherheit gibt – wäre dies Grund, sie wieder einzuführen?&quot;  Ja, wäre es. Es sei denn man argumentiert aristokratisch.  

&quot;Ein Kritiker muss NIEMALS wissen, wie es besser geht. Er muss Argumente vorbringen, die seine Kritik begründen. Fertig.&quot;  

Um Kritika zu sein muss man lediglich kritisieren, das ist richtig, genauso wie Bäckan lediglich backen müssen, um ihrer Benennung nachzukommen. Ich habe nicht das Kritisieren angegriffen, sondern die Art und Weise. Von nicht-konstruktiver Kritik halte ich eben nichts, aber ich dachte deutlich gemacht zu haben, dass das Einstellungssache ist, genauso wie es Einstellungssache ist, nicht-konstruktive Kritik als &quot;Meckern&quot; zu bezeichnen, und genau das tue ich.

&quot;Den Vorwurf des Pauschlisierens höre ich von Ihnen immer, wenn man generelle Aussagen trifft. Wenn ich sage, DIE Politk macht A und B, so ist damit eine bestimmte Gruppe von Politikern gemeint, die glauben, sich öffentlichen Zwängen nicht widersetzen zu können und/oder bestimmten Gruppen verpflichtet zu sein. Dies jedesmal zu erläutern, ist mir im Rahmen eines Blog-Kommentars zu anstrengend.&quot;  

Lieber Gregor...aus der o.g. Pauschalisierung kommt man notfalls mit EINEM Wort heraus. Und das soll zu anstrengend sein? Das ist ein Totschlagargument, mit dem man jeglichen Pauschalisierungsvorwurf abtun kann. Ist ja auch kein Problem allen Wessis vorzuwerfen, sie würden immer alles besser wissen, oder den Polen, dass sie diebisch sind. Ist ja klar, dass man es nicht so meint, und überhaupt, wäre ja zu anstrengend und so weiter... Aber belassen wir es dabei. Ich wollte dir lediglich mitteilen, dass ich deine Formulierung unnötig pauschal finde, mehr nicht. Ich erwarte weder, dass du deine Sprache umstellst, noch dass du dich dafür rechtfertigst. Wenn du Letzteres doch machst, dann - meine Bitte - mit glaubwürdigen Argumenten.   

&quot;Die Aussage, die Kritik habe sich „auf diejenigen [zu] richten, die „diese“ Politik eingefordert oder möglich gemacht haben“ bringt uns nicht weiter. Richtet sie sich auf diejenigen, die sie „eingefordert“ haben, wäre zu klären, von wem, wie und wodurch sie „eingefordert“ wurde (Volksabstimmungen gibt es bei uns ja bspw. nicht). Und beim Punkt, wer sie „möglich gemacht“ hat, treffen wir auf seinen Zirkelschluss.&quot;  

Ne, wir treffen uns mitten in einer pluralen, politischen Debatte. Wenn diese zirkulär abläuft: umso besser, denn genau das ist in einer offenen Debatte zu erwarten. Du entwickelst dagegen das Bild einer Berufspolitikerdemokratie, in der nach Logik der marktwirtschaftlichen Arbeitsteilung auch politisches Verhalten ausgelagert werden kann.   

&quot;Was Sie wollen ist eine Art Wähler- oder Öffentlichkeitsbeschimpfung, weil Sie Politik als reinen Vorgang der Exekution des Wählerwillens sehen.&quot;  

Das ist vollkommen aus der Luft gegriffen, das habe ich weder gesagt noch gemeint. Ich sehe im staatlichen Verwaltungsapparat (das ist vermutlich, was du mit &quot;Politik&quot; meinst, oder?) keine Maschine, die Wählerwillen lediglich in Gesetze übersetzt. Natürlich folgt jede eingerichtete Struktur auch eigenen Logiken - nur ändert das nichts an der Tatsache, dass diese &quot;Maschinen&quot; auf Feedback reagieren bzw. ebenso von anderen herrschenden Diskursen konditioniert sind und diese Diskurse nicht allein in &quot;der Politik&quot; (was auch immer das ist) herrschen, sondern von der gesamten politischen Gemeinschaft mitkonstruiert werden, selbst (oder gerade) wenn sich diese apathisch zurückzieht. DIE Politik gibt es nicht, hat es nie gegeben und wird es nie geben, aber das heißt nicht, dass ich behaupte, dass es keine politischen Strukturen gibt. Wenn ich sage, dass Politikan den Menschen die Sicherheit gegeben haben, nach der sie gefragt haben, ist das keine Entschuldigung(!) des Verhaltens der Politikan, sondern eine Erklärung(!), nicht weniger, aber auch nicht mehr. Ich habe extra von &quot;Schnellschüssen&quot; geredet, um klar zu machen, dass es meiner Meinung nach in all den genannten Fällen wünschenswerter gewesen wäre, Entscheidungen zu überdenken, die Frage ist, ob es auch möglich gewesen wäre, weil Politikan eben NICHT völlig autonom entscheiden, sondern in sehr komplexe Entscheidungsstrukturen eingebettet sind, die neben dem eigenen Gewissen auch von der Erwartung politischer Gruppierungen, den Medien, der öffentlichen Meinung und natürlich auch Zeit, Zeit und Zeit abhängen. Und für dieses Netz unterschiedlicher Faktoren sind die Menschen in der Gesellschaft MIT verantwortlich. Diese Position muss man meines Erachtens zumindest teilweise erkennen, um konstruktive Kritik üben zu können und nicht im Meckern hängen zu bleiben. Was man dann meistens zu hören bekommt, ist: Als ob mein Verhalten da jetzt was ändern würde. Aber das ist eine Diskussion, die ich einfach nur - entschuldigt die Wortwahl - dämlich finde, denn dann kann man sich auch gleich überall schön opportunistisch anpassen. Man kann auch ohne schlechtes Gewissen Textilien aus menschenunwürdigen Produktionen kaufen, Wasser und Strom verschwenden ohne Ende und auf Demonstrationen oder zum Wählen braucht man dann auch nicht mehr gehen.  Überhaupt: Mein Satz &quot;Auch bin ich der Meinung, dass es nicht sein kann, dass sich Kritik überhaupt auf &#039;die Politik&#039; richtet. Sie muss sich auf diejenigen richten, die &#039;diese&#039; Politik eingefordert oder möglich gemacht haben&quot; bezieht sich weiß Gott nicht nur auf die &quot;gemeine Bevölkerung&quot;, sondern genauso auch auf Politikan, Medien, eben - wie ich schrieb - diejenigen, die eine Politik möglich machen. Und ich bezweifle, dass es zuviel verlangt ist, von den normalen Bürgan abzuverlangen hier komplexer zu denken. Systemzwängen ist JEDER Mensch irgendwann einmal ausgesetzt und kennt sie daher sehr gut. Ich kann (aus eigener Erfahrung und Praxis) verstehen, dass es sehr angenehm ist, sich als kleines Zahnrädchen in das Getriebe zurückzuziehen und darüber zu klagen, dass man nichts bewegen kann. Ich sehe aber nicht ein, weswegen ich das nicht trotzdem auf Schärfste angreifen sollte. Wir haben in der Vergangenheit viele solcher Maschinen gehabt, die sehr gut und effizient liefen, weil sich alle auf ihre eigene Ohnmacht beriefen. Mit &quot;Öffentlichkeitsbeschimpfung&quot;, wie du es sehr unfreundlich nennst, hat das 0 Komma gar nichts zu tun.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Wenn den Menschen die Wiedereinführung der Todesstrafe ein Gefühl von Sicherheit gibt – wäre dies Grund, sie wieder einzuführen?&#8220;  Ja, wäre es. Es sei denn man argumentiert aristokratisch.  </p>
<p>&#8222;Ein Kritiker muss NIEMALS wissen, wie es besser geht. Er muss Argumente vorbringen, die seine Kritik begründen. Fertig.&#8220;  </p>
<p>Um Kritika zu sein muss man lediglich kritisieren, das ist richtig, genauso wie Bäckan lediglich backen müssen, um ihrer Benennung nachzukommen. Ich habe nicht das Kritisieren angegriffen, sondern die Art und Weise. Von nicht-konstruktiver Kritik halte ich eben nichts, aber ich dachte deutlich gemacht zu haben, dass das Einstellungssache ist, genauso wie es Einstellungssache ist, nicht-konstruktive Kritik als &#8222;Meckern&#8220; zu bezeichnen, und genau das tue ich.</p>
<p>&#8222;Den Vorwurf des Pauschlisierens höre ich von Ihnen immer, wenn man generelle Aussagen trifft. Wenn ich sage, DIE Politk macht A und B, so ist damit eine bestimmte Gruppe von Politikern gemeint, die glauben, sich öffentlichen Zwängen nicht widersetzen zu können und/oder bestimmten Gruppen verpflichtet zu sein. Dies jedesmal zu erläutern, ist mir im Rahmen eines Blog-Kommentars zu anstrengend.&#8220;  </p>
<p>Lieber Gregor&#8230;aus der o.g. Pauschalisierung kommt man notfalls mit EINEM Wort heraus. Und das soll zu anstrengend sein? Das ist ein Totschlagargument, mit dem man jeglichen Pauschalisierungsvorwurf abtun kann. Ist ja auch kein Problem allen Wessis vorzuwerfen, sie würden immer alles besser wissen, oder den Polen, dass sie diebisch sind. Ist ja klar, dass man es nicht so meint, und überhaupt, wäre ja zu anstrengend und so weiter&#8230; Aber belassen wir es dabei. Ich wollte dir lediglich mitteilen, dass ich deine Formulierung unnötig pauschal finde, mehr nicht. Ich erwarte weder, dass du deine Sprache umstellst, noch dass du dich dafür rechtfertigst. Wenn du Letzteres doch machst, dann &#8211; meine Bitte &#8211; mit glaubwürdigen Argumenten.   </p>
<p>&#8222;Die Aussage, die Kritik habe sich „auf diejenigen [zu] richten, die „diese“ Politik eingefordert oder möglich gemacht haben“ bringt uns nicht weiter. Richtet sie sich auf diejenigen, die sie „eingefordert“ haben, wäre zu klären, von wem, wie und wodurch sie „eingefordert“ wurde (Volksabstimmungen gibt es bei uns ja bspw. nicht). Und beim Punkt, wer sie „möglich gemacht“ hat, treffen wir auf seinen Zirkelschluss.&#8220;  </p>
<p>Ne, wir treffen uns mitten in einer pluralen, politischen Debatte. Wenn diese zirkulär abläuft: umso besser, denn genau das ist in einer offenen Debatte zu erwarten. Du entwickelst dagegen das Bild einer Berufspolitikerdemokratie, in der nach Logik der marktwirtschaftlichen Arbeitsteilung auch politisches Verhalten ausgelagert werden kann.   </p>
<p>&#8222;Was Sie wollen ist eine Art Wähler- oder Öffentlichkeitsbeschimpfung, weil Sie Politik als reinen Vorgang der Exekution des Wählerwillens sehen.&#8220;  </p>
<p>Das ist vollkommen aus der Luft gegriffen, das habe ich weder gesagt noch gemeint. Ich sehe im staatlichen Verwaltungsapparat (das ist vermutlich, was du mit &#8222;Politik&#8220; meinst, oder?) keine Maschine, die Wählerwillen lediglich in Gesetze übersetzt. Natürlich folgt jede eingerichtete Struktur auch eigenen Logiken &#8211; nur ändert das nichts an der Tatsache, dass diese &#8222;Maschinen&#8220; auf Feedback reagieren bzw. ebenso von anderen herrschenden Diskursen konditioniert sind und diese Diskurse nicht allein in &#8222;der Politik&#8220; (was auch immer das ist) herrschen, sondern von der gesamten politischen Gemeinschaft mitkonstruiert werden, selbst (oder gerade) wenn sich diese apathisch zurückzieht. DIE Politik gibt es nicht, hat es nie gegeben und wird es nie geben, aber das heißt nicht, dass ich behaupte, dass es keine politischen Strukturen gibt. Wenn ich sage, dass Politikan den Menschen die Sicherheit gegeben haben, nach der sie gefragt haben, ist das keine Entschuldigung(!) des Verhaltens der Politikan, sondern eine Erklärung(!), nicht weniger, aber auch nicht mehr. Ich habe extra von &#8222;Schnellschüssen&#8220; geredet, um klar zu machen, dass es meiner Meinung nach in all den genannten Fällen wünschenswerter gewesen wäre, Entscheidungen zu überdenken, die Frage ist, ob es auch möglich gewesen wäre, weil Politikan eben NICHT völlig autonom entscheiden, sondern in sehr komplexe Entscheidungsstrukturen eingebettet sind, die neben dem eigenen Gewissen auch von der Erwartung politischer Gruppierungen, den Medien, der öffentlichen Meinung und natürlich auch Zeit, Zeit und Zeit abhängen. Und für dieses Netz unterschiedlicher Faktoren sind die Menschen in der Gesellschaft MIT verantwortlich. Diese Position muss man meines Erachtens zumindest teilweise erkennen, um konstruktive Kritik üben zu können und nicht im Meckern hängen zu bleiben. Was man dann meistens zu hören bekommt, ist: Als ob mein Verhalten da jetzt was ändern würde. Aber das ist eine Diskussion, die ich einfach nur &#8211; entschuldigt die Wortwahl &#8211; dämlich finde, denn dann kann man sich auch gleich überall schön opportunistisch anpassen. Man kann auch ohne schlechtes Gewissen Textilien aus menschenunwürdigen Produktionen kaufen, Wasser und Strom verschwenden ohne Ende und auf Demonstrationen oder zum Wählen braucht man dann auch nicht mehr gehen.  Überhaupt: Mein Satz &#8222;Auch bin ich der Meinung, dass es nicht sein kann, dass sich Kritik überhaupt auf &#8216;die Politik&#8217; richtet. Sie muss sich auf diejenigen richten, die &#8216;diese&#8217; Politik eingefordert oder möglich gemacht haben&#8220; bezieht sich weiß Gott nicht nur auf die &#8222;gemeine Bevölkerung&#8220;, sondern genauso auch auf Politikan, Medien, eben &#8211; wie ich schrieb &#8211; diejenigen, die eine Politik möglich machen. Und ich bezweifle, dass es zuviel verlangt ist, von den normalen Bürgan abzuverlangen hier komplexer zu denken. Systemzwängen ist JEDER Mensch irgendwann einmal ausgesetzt und kennt sie daher sehr gut. Ich kann (aus eigener Erfahrung und Praxis) verstehen, dass es sehr angenehm ist, sich als kleines Zahnrädchen in das Getriebe zurückzuziehen und darüber zu klagen, dass man nichts bewegen kann. Ich sehe aber nicht ein, weswegen ich das nicht trotzdem auf Schärfste angreifen sollte. Wir haben in der Vergangenheit viele solcher Maschinen gehabt, die sehr gut und effizient liefen, weil sich alle auf ihre eigene Ohnmacht beriefen. Mit &#8222;Öffentlichkeitsbeschimpfung&#8220;, wie du es sehr unfreundlich nennst, hat das 0 Komma gar nichts zu tun.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von Gregor Keuschnig zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-727</link>
		<dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 10:57:47 +0000</pubDate>
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		<description>Nein, das war keine Satire. Der Satz: &quot;Die Menschen fragen nach Sicherheit, die Politik gibt sie ihnen, zumindest gefühlt&quot; ist Teil des Problems. Wenn den Menschen die Wiedereinführung der Todesstrafe ein Gefühl von Sicherheit gibt - wäre dies Grund, sie wieder einzuführen? 

Ich habe Politik nicht als Suppe beschrieben, die gesalzt werden müsse. Das bezog sich auf die Kritik. Ein Kritiker muss NIEMALS wissen, wie es besser geht. Er muss Argumente vorbringen, die seine Kritik begründen. Fertig.      

Den Vorwurf des Pauschlisierens höre ich von Ihnen immer, wenn man generelle Aussagen trifft. Wenn ich sage, DIE Politk macht A und B, so ist damit eine bestimmte Gruppe von Politikern gemeint, die glauben, sich öffentlichen Zwängen nicht widersetzen zu können und/oder bestimmten Gruppen verpflichtet zu sein. Dies jedesmal zu erläutern, ist mir im Rahmen eines Blog-Kommentars zu anstrengend. 
 
Die Aussage, die Kritik habe sich &quot;auf diejenigen [zu] richten, die „diese“ Politik eingefordert oder möglich gemacht haben&quot; bringt uns nicht weiter. Richtet sie sich auf diejenigen, die sie &quot;eingefordert&quot; haben, wäre zu klären, von wem, wie und wodurch sie &quot;eingefordert&quot; wurde (Volksabstimmungen gibt es bei uns ja bspw. nicht). Und beim Punkt, wer sie &quot;möglich gemacht&quot; hat, treffen wir auf seinen Zirkelschluss.

Was Sie wollen ist eine Art Wähler- oder Öffentlichkeitsbeschimpfung, weil Sie Politik als reinen Vorgang der Exekution des Wählerwillens sehen. Das ist exakt die Verkehrung, die ich angreife: Nicht die Politik soll sich nach dem Wählerwillen richten - die Wähler haben zwischen konkurrierenden Politikentwürfen zu entscheiden. Da es diese aber nur noch allzu selten gibt, hat es sich verkehrt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, das war keine Satire. Der Satz: &#8222;Die Menschen fragen nach Sicherheit, die Politik gibt sie ihnen, zumindest gefühlt&#8220; ist Teil des Problems. Wenn den Menschen die Wiedereinführung der Todesstrafe ein Gefühl von Sicherheit gibt &#8211; wäre dies Grund, sie wieder einzuführen? </p>
<p>Ich habe Politik nicht als Suppe beschrieben, die gesalzt werden müsse. Das bezog sich auf die Kritik. Ein Kritiker muss NIEMALS wissen, wie es besser geht. Er muss Argumente vorbringen, die seine Kritik begründen. Fertig.      </p>
<p>Den Vorwurf des Pauschlisierens höre ich von Ihnen immer, wenn man generelle Aussagen trifft. Wenn ich sage, DIE Politk macht A und B, so ist damit eine bestimmte Gruppe von Politikern gemeint, die glauben, sich öffentlichen Zwängen nicht widersetzen zu können und/oder bestimmten Gruppen verpflichtet zu sein. Dies jedesmal zu erläutern, ist mir im Rahmen eines Blog-Kommentars zu anstrengend. </p>
<p>Die Aussage, die Kritik habe sich &#8222;auf diejenigen [zu] richten, die „diese“ Politik eingefordert oder möglich gemacht haben&#8220; bringt uns nicht weiter. Richtet sie sich auf diejenigen, die sie &#8222;eingefordert&#8220; haben, wäre zu klären, von wem, wie und wodurch sie &#8222;eingefordert&#8220; wurde (Volksabstimmungen gibt es bei uns ja bspw. nicht). Und beim Punkt, wer sie &#8222;möglich gemacht&#8220; hat, treffen wir auf seinen Zirkelschluss.</p>
<p>Was Sie wollen ist eine Art Wähler- oder Öffentlichkeitsbeschimpfung, weil Sie Politik als reinen Vorgang der Exekution des Wählerwillens sehen. Das ist exakt die Verkehrung, die ich angreife: Nicht die Politik soll sich nach dem Wählerwillen richten &#8211; die Wähler haben zwischen konkurrierenden Politikentwürfen zu entscheiden. Da es diese aber nur noch allzu selten gibt, hat es sich verkehrt.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von Lara zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-726</link>
		<dc:creator>Lara</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 18:06:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-726</guid>
		<description>Sorry, aber das verstehe ich nicht. Also war dein Kommentar gar keine Kritik, sondern Satire? 
Das Wohlstandsbeschleunigungsgesetz oder die innenpolitischen Debatten über eine Verschärfung des Waffenrechts nach Amokläufen sind natürlich Aktionismus, ein - so dumm es erscheinen mag - notwendiger Aktionismus. Die Menschen fragen nach Sicherheit, die Politik gibt sie ihnen, zumindest gefühlt. Neben all den Dingen, die nicht auf Grund eines öffentlichen Drängens auf Prioritätslistenplatz 1 gesetzt und dann durch irgendwelche Schnellschüsse abgesägt werden, findet wie gehabt &quot;denkende&quot; Politik statt. Ich möchte auch nicht so verstanden werden, als dass ich Menschen, die nicht politisch organisiert sind, das Kritisieren abstreite - ich bin auch nicht politisch organisiert. Ich sage nur, dass Pauschalitäten gerade bei denen, die dazu in der Lage sind sie zu vermeiden, auch möglichst aus dem Diskurs herausgehalten werden sollten. Wenn man den Menschen ein Bild von Politik als Suppe unterbreitet, die man lediglich weniger oder mehr salzen müsste, dann kann es niemanden wirklich verwundern, dass die Konsequenz jeglicher politischer Partizipation Enttäuschung ist. Auch bin ich der Meinung, dass es nicht sein kann, dass sich Kritik überhaupt auf &quot;die Politik&quot; richtet. Sie muss sich auf diejenigen richten, die &quot;diese&quot; Politik eingefordert oder möglich gemacht haben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sorry, aber das verstehe ich nicht. Also war dein Kommentar gar keine Kritik, sondern Satire?<br />
Das Wohlstandsbeschleunigungsgesetz oder die innenpolitischen Debatten über eine Verschärfung des Waffenrechts nach Amokläufen sind natürlich Aktionismus, ein &#8211; so dumm es erscheinen mag &#8211; notwendiger Aktionismus. Die Menschen fragen nach Sicherheit, die Politik gibt sie ihnen, zumindest gefühlt. Neben all den Dingen, die nicht auf Grund eines öffentlichen Drängens auf Prioritätslistenplatz 1 gesetzt und dann durch irgendwelche Schnellschüsse abgesägt werden, findet wie gehabt &#8222;denkende&#8220; Politik statt. Ich möchte auch nicht so verstanden werden, als dass ich Menschen, die nicht politisch organisiert sind, das Kritisieren abstreite &#8211; ich bin auch nicht politisch organisiert. Ich sage nur, dass Pauschalitäten gerade bei denen, die dazu in der Lage sind sie zu vermeiden, auch möglichst aus dem Diskurs herausgehalten werden sollten. Wenn man den Menschen ein Bild von Politik als Suppe unterbreitet, die man lediglich weniger oder mehr salzen müsste, dann kann es niemanden wirklich verwundern, dass die Konsequenz jeglicher politischer Partizipation Enttäuschung ist. Auch bin ich der Meinung, dass es nicht sein kann, dass sich Kritik überhaupt auf &#8222;die Politik&#8220; richtet. Sie muss sich auf diejenigen richten, die &#8222;diese&#8220; Politik eingefordert oder möglich gemacht haben.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von Gregor Keuschnig zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-725</link>
		<dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 16:49:49 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-725</guid>
		<description>@Lara
&lt;i&gt;aber dann kommt manchmal so ein „Im Moment ist es so, dass Politik NUR handelt.“ Ist das nicht genauso lächerlich, wie Menschen, die Politik kritisieren und nicht dazu bereit sind welche zu machen &lt;/i&gt;
Nein und Ja.

Nein, weil wie an diesem Ungetüm des &quot;Wohlstandsbeschleunigungsgesetz&quot; exemplarisch zu sehen ist, dass da NUR gehandelt wird - ohne nachzudenken. Die AKTION zählt. Man hat etwas gemacht - die Folgen werden nicht bedacht oder schöngeredet.

Ja, weil ich ja auch diese Larmoyanz der Politikkritiker geißele - sollen sie doch selber im Ortsverein was verändern. Aber dennoch: Es bleibt mit auch beim Status eines nicht-politich Organisierten Recht und Pflicht (!) die politischen Aktionen der Regierenden (und/oder Opposition) zu kritisieren. Kritik impliziert nicht, dass ich es besser weiss. Frei nach Lessing: Ich muss nicht Koch sein um festzustellen, dass die Suppe versalzen ist. Ich darf auch als Nicht-Koch feststellen, dass sie es ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Lara<br />
<i>aber dann kommt manchmal so ein „Im Moment ist es so, dass Politik NUR handelt.“ Ist das nicht genauso lächerlich, wie Menschen, die Politik kritisieren und nicht dazu bereit sind welche zu machen </i><br />
Nein und Ja.</p>
<p>Nein, weil wie an diesem Ungetüm des &#8222;Wohlstandsbeschleunigungsgesetz&#8220; exemplarisch zu sehen ist, dass da NUR gehandelt wird &#8211; ohne nachzudenken. Die AKTION zählt. Man hat etwas gemacht &#8211; die Folgen werden nicht bedacht oder schöngeredet.</p>
<p>Ja, weil ich ja auch diese Larmoyanz der Politikkritiker geißele &#8211; sollen sie doch selber im Ortsverein was verändern. Aber dennoch: Es bleibt mit auch beim Status eines nicht-politich Organisierten Recht und Pflicht (!) die politischen Aktionen der Regierenden (und/oder Opposition) zu kritisieren. Kritik impliziert nicht, dass ich es besser weiss. Frei nach Lessing: Ich muss nicht Koch sein um festzustellen, dass die Suppe versalzen ist. Ich darf auch als Nicht-Koch feststellen, dass sie es ist.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von metepsilonema zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-724</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 21:37:22 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-724</guid>
		<description>Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass unsere Konzepte von Quantität und Qualität unterschiedlich sind, aber das können wir ja klären: Quantität meint einen zahlenmäßig fassbaren Unterschied - z.B. bezüglich der Körpergröße zweier Personen -, verschiedene Qualitäten kann man nicht (ohne weiteres) auf diese Weise vergleichen (Lebendig ist eine andere Qualität als tod zu sein; Körpergewicht eine andere als Körpergröße). Die Quantität &quot;sagt&quot; mit welchem Maß eine Qualität vorhanden ist.

Wie ich oben schon schrieb, kann man Handlungen nur sinnvoll bewerten, wenn man ihre (möglichen) Wirkungen miteinbezieht (man handelt nur teilweise unbewusst oder zufällig - dort wo eine Intention vorhanden ist, wird eine Wirkung angestrebt), da man sonst über die bloße Feststellung &quot;das ist eine Handlung&quot; nicht hinauskommt. 

Was genau meinst Du, wenn Du schreibst, dass &lt;i&gt;in dem Handeln des Mörders [...] der Unterschied tatsächlich rein quantitativ [ist]?&lt;/i&gt; Ich verstehe nicht, was Du meinst, zumindest nicht in dem oben angeführten Sinn von Quantität. Gerade wenn du von verschiedenen Graden sprichst, deutet das doch in Richtung eines qualitativen Unterschieds. Ich gebe auch zu bedenken, dass Mord strafbar ist, der bloße Gedanke daran aber nicht, es scheinen also auch andere hier qualitative Unterschiede zu sehen. Und, dass der Gedanke der Tat vorausgeht ist unbenommen, aber das tut doch nichts zur Sache, oder? 

Wir können aber auch versuchen, das Pferd anders aufzuzäumen: Verschiedene Qualitäten zeichnen sich durch verschiedene Eigenschaften aus bzw. sind sie das Resultat derselben. Die wichtigste würde ich darin sehen, dass der bloße Gedanke (soweit er nicht verschriftlicht wurde) nicht mit seiner Umgebung in Wechselwirkung tritt, also keine (merkbaren) Wirkungen erzielt. Eine konkrete Handlung - ich ramme meinem Gegenüber ein Messer in den Bauch - tut das sehr wohl. In Summe: All jene menschlichen Äußerungen, die wir als Handlungen ansehen, unterscheiden sich qualitativ darin, ob sie unmittelbar Wirkungen erzielen können oder nicht. Alles weitere ergibt sich daraus, wie wir diese Wirkungen bewerten. Oder wir sprechen von Gedanken und Handlungen und entkommen der ganzen Diskussion. 

Vielleicht resultiert die Einbahnstrasse aus einem persönlichen Erleben, dass eben jenen Eindruck vermittelt - da kann man nicht so einfach raus, auch wenn man (rational) will.

&lt;i&gt;Ich verspreche dir, dass ich innerhalb einer Woche 500-1000 Klicks mehr auf meinem Blog verzeichnen würde, wenn ich meine Themen entsprechend umstellen würde, aber darum geht es weder mir noch dir, oder?&lt;/i&gt; Korrekt. Aber Du würdest doch nicht auf Dauer weitermachen, wenn Du gar keine konstruktiven Rückmeldungen (Kommentare) erhältst, oder? Man begnügt sich mit einem (bestimmten) Minimum, aber eben nicht mit Null. Man schreibt im Netz, weil man kommunizieren will - Anpassung wollte ich nicht das Wort reden.

Absurd (banal) ist alles, da uns die Maßstäbe abhanden gekommen sind, und das wird um so deutlicher, je größer die zu messende &quot;Strecke&quot; ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass unsere Konzepte von Quantität und Qualität unterschiedlich sind, aber das können wir ja klären: Quantität meint einen zahlenmäßig fassbaren Unterschied &#8211; z.B. bezüglich der Körpergröße zweier Personen -, verschiedene Qualitäten kann man nicht (ohne weiteres) auf diese Weise vergleichen (Lebendig ist eine andere Qualität als tod zu sein; Körpergewicht eine andere als Körpergröße). Die Quantität &#8222;sagt&#8220; mit welchem Maß eine Qualität vorhanden ist.</p>
<p>Wie ich oben schon schrieb, kann man Handlungen nur sinnvoll bewerten, wenn man ihre (möglichen) Wirkungen miteinbezieht (man handelt nur teilweise unbewusst oder zufällig &#8211; dort wo eine Intention vorhanden ist, wird eine Wirkung angestrebt), da man sonst über die bloße Feststellung &#8222;das ist eine Handlung&#8220; nicht hinauskommt. </p>
<p>Was genau meinst Du, wenn Du schreibst, dass <i>in dem Handeln des Mörders [...] der Unterschied tatsächlich rein quantitativ [ist]?</i> Ich verstehe nicht, was Du meinst, zumindest nicht in dem oben angeführten Sinn von Quantität. Gerade wenn du von verschiedenen Graden sprichst, deutet das doch in Richtung eines qualitativen Unterschieds. Ich gebe auch zu bedenken, dass Mord strafbar ist, der bloße Gedanke daran aber nicht, es scheinen also auch andere hier qualitative Unterschiede zu sehen. Und, dass der Gedanke der Tat vorausgeht ist unbenommen, aber das tut doch nichts zur Sache, oder? </p>
<p>Wir können aber auch versuchen, das Pferd anders aufzuzäumen: Verschiedene Qualitäten zeichnen sich durch verschiedene Eigenschaften aus bzw. sind sie das Resultat derselben. Die wichtigste würde ich darin sehen, dass der bloße Gedanke (soweit er nicht verschriftlicht wurde) nicht mit seiner Umgebung in Wechselwirkung tritt, also keine (merkbaren) Wirkungen erzielt. Eine konkrete Handlung &#8211; ich ramme meinem Gegenüber ein Messer in den Bauch &#8211; tut das sehr wohl. In Summe: All jene menschlichen Äußerungen, die wir als Handlungen ansehen, unterscheiden sich qualitativ darin, ob sie unmittelbar Wirkungen erzielen können oder nicht. Alles weitere ergibt sich daraus, wie wir diese Wirkungen bewerten. Oder wir sprechen von Gedanken und Handlungen und entkommen der ganzen Diskussion. </p>
<p>Vielleicht resultiert die Einbahnstrasse aus einem persönlichen Erleben, dass eben jenen Eindruck vermittelt &#8211; da kann man nicht so einfach raus, auch wenn man (rational) will.</p>
<p><i>Ich verspreche dir, dass ich innerhalb einer Woche 500-1000 Klicks mehr auf meinem Blog verzeichnen würde, wenn ich meine Themen entsprechend umstellen würde, aber darum geht es weder mir noch dir, oder?</i> Korrekt. Aber Du würdest doch nicht auf Dauer weitermachen, wenn Du gar keine konstruktiven Rückmeldungen (Kommentare) erhältst, oder? Man begnügt sich mit einem (bestimmten) Minimum, aber eben nicht mit Null. Man schreibt im Netz, weil man kommunizieren will &#8211; Anpassung wollte ich nicht das Wort reden.</p>
<p>Absurd (banal) ist alles, da uns die Maßstäbe abhanden gekommen sind, und das wird um so deutlicher, je größer die zu messende &#8222;Strecke&#8220; ist.</p>
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	<item>
		<title>Kommentare von Lara zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-723</link>
		<dc:creator>Lara</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 21:35:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-723</guid>
		<description>&quot;Ich stimme genau mit diesem quantitativen Unterschied nicht überein, bzw. sehe ich ihn nicht. Wenn ich unterschiedliche Handlungen betrachte und beurteilen möchte (also jenseits der abstrakten Feststellung, dass eine Handlung eine Handlung ist), dann muss ich auch ihre Wirkungen mit einbeziehen: Zwischen dem Gedanken jemanden zu töten und es tatsächlich zu tun, besteht ein qualitativer und kein quantitativer Unterschied.&quot;

Vielleicht ist da dein Konzept von Qualität anders als meines. Ich glaube allerdings eher, dass du den qualitativen Unterschied nicht in den Handlung misst, sondern in irgendeiner Wirkung, in der sich Folgen der Handlung unter Umständen manifestieren. Natürlich ist es für eine Person, die das Ziel eines Mordanschlags wird, ein qualitativer Unterschied, ob sie überlebt oder stirbt, keine Frage, aber in dem Handeln des Mörders ist der Unterschied tatsächlich rein quantitativ, denn ohne den Gedanken töten zu wollen kann niemand töten, sondern höchstens totschlagen. Es sind nicht zwei verschiedene Modi, sondern Grade des Handelns. Das ist meines Erachtens sehr wesentlich. Geschriebene Worte - auch diese hier - funktionieren handlungsleitend und können Menschen zum Nachdenken bis Umdenken bringen, wenn sie entsprechend formuliert sind und (an der richtigen Stelle) gefunden werden. Und - um es zu wiederholen - welche &quot;konkreten Handlungen&quot; hätten den mehr bewegt? Ich bin mir sicher, es hätten viele sein können, aber eine &quot;konkrete Handlung&quot; kann genauso verpuffen, wie eine Email im Spamordner. Es ist nun einmal nicht so, dass man einfach nur den Rechner ausstellen und die Welt verändern kann. Ich bin mir sicher, du meinst es nicht so, aber diese Ausdifferenzierung zwischen der eigentlichen und nicht-eigentlichen Handlung bzw. zwischen Taten und Worten klingt für mich bald größenwahnsinnig. Man kann Diskurse nicht einfach mit der Faust zerbrechen. 
Ich schrieb bereits, dass es für mich lediglich dann einen qualitativen Unterschied darstellt, wenn jemand eine Aussage macht, die ganz offensichtlich nur aus hohlen Worten besteht. Man kann sagen &quot;Das ändere ich morgen&quot; und tatsächlich vorhaben etwas zu ändern, oder aber es von Anfang an nicht ernst meinen bzw. lügen. Allein die Tatsache, dass man am nächsten Tag nichts ändert, erlaubt jedoch keinen Rückschluss darauf, dass das Vorhaben nicht ernst gemeint war. Vielleicht war es eben nur eine sehr langsame Bewegung auf das Ziel zu, die letztlich zu einer Änderung führt, anders formuliert: die notwendig war, damit sich die Änderung irgendwann einstellen kann (siehe &quot;niemand wird über Nacht Vegetarian&quot;). Allein aus diesem Grund macht eine qualitative Unterscheidung zwischen Denken bzw. in diesem Fall Willen und Handeln keinen Sinn, denn sie bedingen sich gegenseitig.

&quot;Ich habe den Eindruck, dass Willyam hier bestimmte Ziele bzw. Hoffnungen verfolgt – ihn bewegen die Fragen nach Gemeinwohl, Öffentlichkeit, Politik, und ich stelle in der letzten Zeit eine gewisse Enttäuschung fest, die ihn daran zweifeln lässt, ob der eingeschlagene Weg der richtige war, oder konkretes Handeln nicht eine Alternative gewesen wäre&quot;

Das klingt schon wieder nach Einbahnstraße (genauso wie die &quot;als schmerzhaft empfundene Diskrepanz, einen erlebten Gegensatz zwischen Denken und konkretem Handeln&quot;), weswegen ich es nicht so richtig verstehen will. Ich bin davon überzeugt bin, dass jeder, der hier bloggt, auch ein non-virtual life hat, in dem er oder sie über sehr viel Zeit verfügt auf andere Weise in die eine oder andere Richtung aktiv zu werden. Man kann sehr viele unterschiedliche! Dinge  machen, wenn der Tag lang ist, zum Beispiel reden oder schreiben oder arbeiten gehen oder zu einem Polit-Gipfel reisen... oder aber nichts tun. 

&quot;Aber dieses Bedürfnis schließt „gelesen werden“ und damit Leser (also Wirkungen) ein. Unter einer gewissen Grenze wird es für uns alle unbefriedigend (man braucht keinen Blog, wenn man nur für sich schreibt). Aber wer tut das schon?&quot;

Wo bleibt da der Idealismus, wenn nicht auf der Strecke? Man hat ja im Grunde zwei Alternativen, wenn man kreativ tätig ist (und das sind zweifellos alle Autoren, egal wo und wie sie schreiben): Entweder man passt sich an die Bedürfnisse und Nachfrage anderer an, oder man schafft eigene Bedürfnisse. Ersteres kann an Erfolgen oder Misserfolgen gemessen werden (lässt sich also bewerten/mit einem Wert versehen) und Zweiteres kann sehr deprimierend sein, wenn man merkt, dass sich kaum Leute dafür interessieren, was man macht, dafür ist es (halbwegs) authentisch. Ich kann Vereinfachungen nicht gut leiden kann, aber im Prinzip spielt sich doch alles zwischen diesen beiden Polen ab. Ich verspreche dir, dass ich innerhalb einer Woche 500-1000 Klicks mehr auf meinem Blog verzeichnen würde, wenn ich meine Themen entsprechend umstellen würde, aber darum geht es weder mir noch dir, oder? Was spricht denn dagegen, einen Teil seiner Zeit, dafür zu nutzen sich NICHT anzupassen und dabei zu riskieren VIELLEICHT nicht gehört zu werden?

Aber gut, ich merke, dass es schon wieder so klingt, als ob ich für Frustration kein Verständnis hätte. Ich habe auch - wenn auch aus anderen Gründen - eine Pause eingelegt und werde sicherlich irgendwann ganz aufhören zu bloggen. Ich habe mich an der Diskussion hauptsächlich deswegen beteiligt, weil ich der Meinung war, dass die Effektivität des Bloggens tief- und &quot;konkretes Handeln&quot; hochgestapelt wurde. Um es an Willyams Ausgangspost deutlich zu machen:

&quot;Du übst Kritik, übst dich an Kritik, bildest Meinungen, und liest siehst hörst, dass gelegentlich eine E-Petition sogar der Tagesschau eine Meldung wert ist. Und trotzdem bleibt der ganze Kiki – deine gebildeten Meinungen, deine Kritik, dein ganzes Unbehagen gegenüber aktuellen Entwicklungstendenzen – einfach nur konsequenzlos. So pseudo. Banal.&quot;

Ist &quot;zur Wahl gehen&quot; etwa nicht banal? Oder einen Zeitungsartikel schreiben, nicht weil man ihn schreiben wollte, sondern weil man dafür bezahlt wird? Die Frage, die mir bei all der pessimistischen Stimmung durch den Kopf geht ist, was denn nicht banal wäre? Einen Neonazi auf der Straße zusammenschlagen? (Frage ist ernst gemeint)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Ich stimme genau mit diesem quantitativen Unterschied nicht überein, bzw. sehe ich ihn nicht. Wenn ich unterschiedliche Handlungen betrachte und beurteilen möchte (also jenseits der abstrakten Feststellung, dass eine Handlung eine Handlung ist), dann muss ich auch ihre Wirkungen mit einbeziehen: Zwischen dem Gedanken jemanden zu töten und es tatsächlich zu tun, besteht ein qualitativer und kein quantitativer Unterschied.&#8220;</p>
<p>Vielleicht ist da dein Konzept von Qualität anders als meines. Ich glaube allerdings eher, dass du den qualitativen Unterschied nicht in den Handlung misst, sondern in irgendeiner Wirkung, in der sich Folgen der Handlung unter Umständen manifestieren. Natürlich ist es für eine Person, die das Ziel eines Mordanschlags wird, ein qualitativer Unterschied, ob sie überlebt oder stirbt, keine Frage, aber in dem Handeln des Mörders ist der Unterschied tatsächlich rein quantitativ, denn ohne den Gedanken töten zu wollen kann niemand töten, sondern höchstens totschlagen. Es sind nicht zwei verschiedene Modi, sondern Grade des Handelns. Das ist meines Erachtens sehr wesentlich. Geschriebene Worte &#8211; auch diese hier &#8211; funktionieren handlungsleitend und können Menschen zum Nachdenken bis Umdenken bringen, wenn sie entsprechend formuliert sind und (an der richtigen Stelle) gefunden werden. Und &#8211; um es zu wiederholen &#8211; welche &#8222;konkreten Handlungen&#8220; hätten den mehr bewegt? Ich bin mir sicher, es hätten viele sein können, aber eine &#8222;konkrete Handlung&#8220; kann genauso verpuffen, wie eine Email im Spamordner. Es ist nun einmal nicht so, dass man einfach nur den Rechner ausstellen und die Welt verändern kann. Ich bin mir sicher, du meinst es nicht so, aber diese Ausdifferenzierung zwischen der eigentlichen und nicht-eigentlichen Handlung bzw. zwischen Taten und Worten klingt für mich bald größenwahnsinnig. Man kann Diskurse nicht einfach mit der Faust zerbrechen.<br />
Ich schrieb bereits, dass es für mich lediglich dann einen qualitativen Unterschied darstellt, wenn jemand eine Aussage macht, die ganz offensichtlich nur aus hohlen Worten besteht. Man kann sagen &#8222;Das ändere ich morgen&#8220; und tatsächlich vorhaben etwas zu ändern, oder aber es von Anfang an nicht ernst meinen bzw. lügen. Allein die Tatsache, dass man am nächsten Tag nichts ändert, erlaubt jedoch keinen Rückschluss darauf, dass das Vorhaben nicht ernst gemeint war. Vielleicht war es eben nur eine sehr langsame Bewegung auf das Ziel zu, die letztlich zu einer Änderung führt, anders formuliert: die notwendig war, damit sich die Änderung irgendwann einstellen kann (siehe &#8222;niemand wird über Nacht Vegetarian&#8220;). Allein aus diesem Grund macht eine qualitative Unterscheidung zwischen Denken bzw. in diesem Fall Willen und Handeln keinen Sinn, denn sie bedingen sich gegenseitig.</p>
<p>&#8222;Ich habe den Eindruck, dass Willyam hier bestimmte Ziele bzw. Hoffnungen verfolgt – ihn bewegen die Fragen nach Gemeinwohl, Öffentlichkeit, Politik, und ich stelle in der letzten Zeit eine gewisse Enttäuschung fest, die ihn daran zweifeln lässt, ob der eingeschlagene Weg der richtige war, oder konkretes Handeln nicht eine Alternative gewesen wäre&#8220;</p>
<p>Das klingt schon wieder nach Einbahnstraße (genauso wie die &#8222;als schmerzhaft empfundene Diskrepanz, einen erlebten Gegensatz zwischen Denken und konkretem Handeln&#8220;), weswegen ich es nicht so richtig verstehen will. Ich bin davon überzeugt bin, dass jeder, der hier bloggt, auch ein non-virtual life hat, in dem er oder sie über sehr viel Zeit verfügt auf andere Weise in die eine oder andere Richtung aktiv zu werden. Man kann sehr viele unterschiedliche! Dinge  machen, wenn der Tag lang ist, zum Beispiel reden oder schreiben oder arbeiten gehen oder zu einem Polit-Gipfel reisen&#8230; oder aber nichts tun. </p>
<p>&#8222;Aber dieses Bedürfnis schließt „gelesen werden“ und damit Leser (also Wirkungen) ein. Unter einer gewissen Grenze wird es für uns alle unbefriedigend (man braucht keinen Blog, wenn man nur für sich schreibt). Aber wer tut das schon?&#8220;</p>
<p>Wo bleibt da der Idealismus, wenn nicht auf der Strecke? Man hat ja im Grunde zwei Alternativen, wenn man kreativ tätig ist (und das sind zweifellos alle Autoren, egal wo und wie sie schreiben): Entweder man passt sich an die Bedürfnisse und Nachfrage anderer an, oder man schafft eigene Bedürfnisse. Ersteres kann an Erfolgen oder Misserfolgen gemessen werden (lässt sich also bewerten/mit einem Wert versehen) und Zweiteres kann sehr deprimierend sein, wenn man merkt, dass sich kaum Leute dafür interessieren, was man macht, dafür ist es (halbwegs) authentisch. Ich kann Vereinfachungen nicht gut leiden kann, aber im Prinzip spielt sich doch alles zwischen diesen beiden Polen ab. Ich verspreche dir, dass ich innerhalb einer Woche 500-1000 Klicks mehr auf meinem Blog verzeichnen würde, wenn ich meine Themen entsprechend umstellen würde, aber darum geht es weder mir noch dir, oder? Was spricht denn dagegen, einen Teil seiner Zeit, dafür zu nutzen sich NICHT anzupassen und dabei zu riskieren VIELLEICHT nicht gehört zu werden?</p>
<p>Aber gut, ich merke, dass es schon wieder so klingt, als ob ich für Frustration kein Verständnis hätte. Ich habe auch &#8211; wenn auch aus anderen Gründen &#8211; eine Pause eingelegt und werde sicherlich irgendwann ganz aufhören zu bloggen. Ich habe mich an der Diskussion hauptsächlich deswegen beteiligt, weil ich der Meinung war, dass die Effektivität des Bloggens tief- und &#8222;konkretes Handeln&#8220; hochgestapelt wurde. Um es an Willyams Ausgangspost deutlich zu machen:</p>
<p>&#8222;Du übst Kritik, übst dich an Kritik, bildest Meinungen, und liest siehst hörst, dass gelegentlich eine E-Petition sogar der Tagesschau eine Meldung wert ist. Und trotzdem bleibt der ganze Kiki – deine gebildeten Meinungen, deine Kritik, dein ganzes Unbehagen gegenüber aktuellen Entwicklungstendenzen – einfach nur konsequenzlos. So pseudo. Banal.&#8220;</p>
<p>Ist &#8222;zur Wahl gehen&#8220; etwa nicht banal? Oder einen Zeitungsartikel schreiben, nicht weil man ihn schreiben wollte, sondern weil man dafür bezahlt wird? Die Frage, die mir bei all der pessimistischen Stimmung durch den Kopf geht ist, was denn nicht banal wäre? Einen Neonazi auf der Straße zusammenschlagen? (Frage ist ernst gemeint)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von blogozentriker zu Probier&#8217;s mal mit &#8230; Gemütlichkeit</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/20/probiers-mal-mit-gemuetlichkeit/#comment-722</link>
		<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 09:27:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=1005#comment-722</guid>
		<description>Dear Willyam,

beim Betrachten dieses Filmes wird klar, dass wir evolutionär auf diese Art der Gefahr, auf die freundliche, bequeme Zerstörung unserer selbst, schlicht und einfach nicht vorbereitet sind. Man hält&#039;s beim Zuschauen ja wirklich kaum aus -- und es ist doch bloß eine maßstabsgetreue Nachbildung unseres Alltags! Ich glaube, dass uns einer mit FREUNDLICHKEIT killt, dass einer uns mit einer Überdosis Latte macchiato umbringt, das hat&#039;s in unserer Gattungsgeschichte bislang einfach noch nicht gegeben!

B.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dear Willyam,</p>
<p>beim Betrachten dieses Filmes wird klar, dass wir evolutionär auf diese Art der Gefahr, auf die freundliche, bequeme Zerstörung unserer selbst, schlicht und einfach nicht vorbereitet sind. Man hält&#8217;s beim Zuschauen ja wirklich kaum aus &#8212; und es ist doch bloß eine maßstabsgetreue Nachbildung unseres Alltags! Ich glaube, dass uns einer mit FREUNDLICHKEIT killt, dass einer uns mit einer Überdosis Latte macchiato umbringt, das hat&#8217;s in unserer Gattungsgeschichte bislang einfach noch nicht gegeben!</p>
<p>B.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von metepsilonema zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-721</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 23:55:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-721</guid>
		<description>Ich stimme genau mit diesem quantitativen Unterschied nicht überein, bzw. sehe ich ihn nicht. Wenn ich unterschiedliche Handlungen betrachte und beurteilen möchte (also jenseits der abstrakten Feststellung, dass eine Handlung eine Handlung ist), dann muss ich auch ihre Wirkungen mit einbeziehen: Zwischen dem Gedanken jemanden zu töten und es tatsächlich zu tun, besteht ein qualitativer und kein quantitativer Unterschied.

Ich habe den Eindruck, dass Willyam hier bestimmte Ziele bzw. Hoffnungen verfolgt - ihn bewegen die Fragen nach Gemeinwohl, Öffentlichkeit, Politik, und ich stelle in der letzten Zeit eine gewisse Enttäuschung fest, die ihn daran zweifeln lässt, ob der eingeschlagene Weg der richtige war, oder konkretes Handeln nicht eine Alternative gewesen wäre (bitte korrigiere mich, falls ich falsch liege). Es geht um eine gefühlte, erlebte Diskrepanz zwischen Denken und konkretem Handeln (die fruchtbar sein kann, aber auch schmerzhaft, wenn sie zu groß wird). Das &quot;unsere&quot; war missverständlich formuliert...

Ich meine damit nicht, dass ich keine Erwartungen hege, aber sie sind nicht sonderlich konkret: Bloggen verstehe ich als Gespräch, Erörterung, Diskussion, Austausch, Lernen - man kommt mit Menschen in Kontakt die man sonst wohl nie kennen gelernt hätte, und in einem Medium, das durch seine Verschriftlichung Zeit für Genauigkeit, Ruhe und Überlegung zulässt. Dahinter steht mit Sicherheit - wie Du schon feststellst - auch (vielleicht vor allem) das Bedürfnis nach Ausdruck. Aber dieses Bedürfnis schließt &quot;gelesen werden&quot; und damit Leser (also Wirkungen) ein. Unter einer gewissen Grenze wird es für uns alle unbefriedigend (man braucht keinen Blog, wenn man nur für sich schreibt). Aber wer tut das schon?  

Keine Aufrechnung, sondern - ich wiederhole mich - um eine als schmerzhaft empfundene Diskrepanz, einen erlebten Gegensatz zwischen Denken und konkretem Handeln, zwischen Innen und Außen, eben: zwischen Ideal und Welt - vielleicht am Ende nur Sehnsucht und Romantik. Nicht Desillusion, viel eher Unbefriedigtheit, die wenn sie mal da ist, nicht so schnell wieder verschwindet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stimme genau mit diesem quantitativen Unterschied nicht überein, bzw. sehe ich ihn nicht. Wenn ich unterschiedliche Handlungen betrachte und beurteilen möchte (also jenseits der abstrakten Feststellung, dass eine Handlung eine Handlung ist), dann muss ich auch ihre Wirkungen mit einbeziehen: Zwischen dem Gedanken jemanden zu töten und es tatsächlich zu tun, besteht ein qualitativer und kein quantitativer Unterschied.</p>
<p>Ich habe den Eindruck, dass Willyam hier bestimmte Ziele bzw. Hoffnungen verfolgt &#8211; ihn bewegen die Fragen nach Gemeinwohl, Öffentlichkeit, Politik, und ich stelle in der letzten Zeit eine gewisse Enttäuschung fest, die ihn daran zweifeln lässt, ob der eingeschlagene Weg der richtige war, oder konkretes Handeln nicht eine Alternative gewesen wäre (bitte korrigiere mich, falls ich falsch liege). Es geht um eine gefühlte, erlebte Diskrepanz zwischen Denken und konkretem Handeln (die fruchtbar sein kann, aber auch schmerzhaft, wenn sie zu groß wird). Das &#8222;unsere&#8220; war missverständlich formuliert&#8230;</p>
<p>Ich meine damit nicht, dass ich keine Erwartungen hege, aber sie sind nicht sonderlich konkret: Bloggen verstehe ich als Gespräch, Erörterung, Diskussion, Austausch, Lernen &#8211; man kommt mit Menschen in Kontakt die man sonst wohl nie kennen gelernt hätte, und in einem Medium, das durch seine Verschriftlichung Zeit für Genauigkeit, Ruhe und Überlegung zulässt. Dahinter steht mit Sicherheit &#8211; wie Du schon feststellst &#8211; auch (vielleicht vor allem) das Bedürfnis nach Ausdruck. Aber dieses Bedürfnis schließt &#8222;gelesen werden&#8220; und damit Leser (also Wirkungen) ein. Unter einer gewissen Grenze wird es für uns alle unbefriedigend (man braucht keinen Blog, wenn man nur für sich schreibt). Aber wer tut das schon?  </p>
<p>Keine Aufrechnung, sondern &#8211; ich wiederhole mich &#8211; um eine als schmerzhaft empfundene Diskrepanz, einen erlebten Gegensatz zwischen Denken und konkretem Handeln, zwischen Innen und Außen, eben: zwischen Ideal und Welt &#8211; vielleicht am Ende nur Sehnsucht und Romantik. Nicht Desillusion, viel eher Unbefriedigtheit, die wenn sie mal da ist, nicht so schnell wieder verschwindet.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von Lara zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-720</link>
		<dc:creator>Lara</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 16:50:42 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-720</guid>
		<description>&quot;Es ist nicht dasselbe, ob ich im stillen Kämmerchen denke, dass jemand den Tod verdient, ob ich hinausgehe und ihn töte, oder ob ich dies per Flugblatt propagiere.&quot;

Genau das meinte ich auch, als ich unter anderem schrieb

&quot;...aber sie hat doch ihre (quantitative) Begründung. Denn man redet nicht nur über das Reden, sondern gerade was explizit politische Themen betrifft auch über andere konkrete Handlungen, die beim Sprechen allerdings alles andere als konkret sind. Sie können zutiefst verlogen sein und sich im Kreise drehen (das Wort palavern ist nicht ohne Grund ein Iterativ).&quot;

Es ist nicht dasselbe - quantiativ gesehen. Und daher trenne ich sprachlich auch für gewöhnlich denken von handeln. Handeln bedeutet Schlussstriche setzen, Entschlüsse ziehen, Entscheidungen fällen. Denken bedeutet für mich, dass sich etwas im Prozess befindet. Ich sage ja, dass an dem Spruch, man solle Worten auch Taten folgen lassen etwas dran ist, aber auch Aktionismus kann aus hohlen Worten bestehen und auch das Schreiben eines Artikels kann eine Tat sein, die man anderen Worten folgen lässt.  

&quot;Und das ist es, was Willyam unter den Fingern brennt: Da (noch) keiner von uns (ich sowieso nie) Adorno heißt, stellt sich die Frage, ob die Wirkung unseres Schreibens und Denkens im Netz ausreicht, nein: ob sie überhaupt vorhanden ist – und weiterhin, ob das Denken, nicht auch Veränderung im persönlichen Bereich nach sich ziehen sollte.&quot;

Verstehe ich nicht. Was heißt denn ausreichen? Das setzt ja voraus, dass man schon ein klares Ziel vor Augen hat. Ich, für meinen Teil, habe das nicht. Ich blogge auch nicht um zu belehren oder zu erleuchten bzw. Politik zu machen. Ich entwickle Werkzeugkisten, die ich selbst und andere verwenden können, wenn sie sich einen Nutzen davon versprechen. Ich kommentiere um mir und anderen alternative Perspektiven zu ermöglichen. Wie sonst sollten die zustande kommen, wenn nicht in einem Dialog von Behauptung und Kritik? 
Was bedeutet denn die Frage &quot;ob die Wirkung unseres Schreibens und Denkens im Netz ausreicht&quot;? Was sind das für Ambitionen? Das klingt für mich so, als ob bloggen &quot;Handlung light&quot; wäre, sozusagen eine Vorstufe für den Einsatz im richtigen Leben. Natürlich polarisiere ich hier, weil ich sowohl das wie auch eine radikale Trennung von handeln und über handeln reden für ein Missverständnis halte.Es sind lediglich zwei (sehr holzschnittartige) Formen der Kommunikation, weswegen sie auch nicht wirklich miteinander konkurrieren können, es sei den man beschränkt sich darauf, lediglich das eine oder andere zu machen. 
Man kann einen Menschen, der auf den Gleisen Selbstmord begehen möchte durch Worte von seinem Versuch abbringen oder indem man ihn von dort weg zerrt. Reichen da die Worte aus? Ist es richtig, die Person in ihrem Handeln einzuschränken? Darauf gibt es nunmal keine Antwort, und das ist etwas, mit dem man sich zwar nicht abfinden muss, aber es doch meines Erachtens immer im Hinterkopf behalten sollte. Man kann nicht immer nur reden, irgendwann muss man handeln - aber der Moment, in dem das geschieht, den kann man nicht definieren. Deine Annahme &quot;Es reicht eben nicht, bloß zu denken, dass Vegetarismus eine gerechtfertigte Lebenshaltung darstellt.&quot; ist daher sowohl richtig als auch falsch. Sie ist falsch, weil niemand einfach eines morgens aufwacht und Vegetaria wird. Ich habe jahrelang darüber nachgedacht bis ich irgendwann genug Motivation gefunden habe, auf Fleisch und Fisch zu verzichten. Es ist richtig, weil die Person, die es beim Denken belassen will (sic!) ihr Ziel bereits aus den Augen verloren hat. Beides ist nicht einfach zu trennen. Viele Leute sagen, &quot;ich würde ja auch gern, dies und das machen&quot; und man hat im Gefühl, dass es eben doch nicht mehr ist als eine Ausflucht. Kann ja auch sein. Aber es kann genauso auch die erste vorsichtige Bewegung in Zielrichtung sein. Wir behaupten dann, dass die Peson es ernst meint, oder nicht ernst meint, weil wir glauben, die Person wolle handeln, oder nicht handeln. Im Grunde weiß das aber die jeweilige Person meist nicht einmal selbe. Ich denke regelmäßig darüber nach, ob ich nicht vielleicht besser auf Milchprodukte verzichten sollte und ich glaube, ich mache das manchmal aus Verlegenheit und manchmal mit dem festen Ziel etwas zu ändern. Vielleicht lebe ich schon morgen vegan, weil ich es heute nacht beschließe, vielleicht nicht. Wirklich aussuchen kann ich mir das ohnehin nicht. Und ich glaube, dass der Hauptgrund, dass ich heute keine Veganerin bin, darin liegt, dass ich es mir nicht vorstellen kann, vorstellen kann, wie das gehen soll. DAFÜR brauche ich die Worte anderer Menschen, dafür brauche ich Menschen, die es mir verständlich machen (das müssen weder Veganan sein, noch in sonstiger Hinsicht Menschen, die &quot;perfekter&quot; sind als ich, aber doch Menschen). 
Diese bei dir schon bald existenzialistisch klingt Frage nach dem Sinn des Schreibens kann durchaus berechtigt sein. Wie ich finde schwingt in ihr jedoch sowohl eigene Unter- als auch Überschätzung mit. Es klingt beinahe so, als ob man in der Bloggosphäre passiv dem Geschehen zusehen würde, während man die &quot;wahren&quot; Möglichkeiten die Realität zu verändern aus Faulheit, Feigheit, Inkonsequenz was auch immer links liegen lässt. Das kann so sein, ich würde aber sagen, dass es kaum der Fall ist.  Keiner von uns würde bloggen, wenn er nicht ein Bedürfnis danach hätte sich auszudrücken. Allein deswegen (und solange das Bedürfnis besteht) erfüllt es einen Sinn. Andererseits finde ich es naiv zu glauben, dass das &quot;wahre&quot; Leben &quot;da draußen&quot; erheblich wirksamere Mittel bereitstellt. Es sind größtenteils andere Mittel, teilweise durchaus auch mit geringerer Wirksamkeit. Mit vielen Handlungen verstören wir Leute und erreichen das Gegenteil, wenn sie mit dem Holzhammer ausgeübt werden. Geschriebene Worte haben mehr Wirkzeit, sie ermöglichen konzentriertes Reden UND zuhören, was in alltäglichen Gesprächen nicht immer möglich ist. Es gibt einen guten Grund, weswegen Kinder, weswegen auch viele Erwachsene sich Liebesbriefe schreiben anstatt miteinander zu reden. Es ist nicht die Angst sich mit der Bekennung von Zuneigung bloß zu stellen (zumindest nicht solange man einen Namen unter den Brief schreibt), es ist die Angst, Gedanken nicht in Form bringen zu können, dass man den Faden verliert,  dass man unterbrochen wird, generell dass etwas Unerwartetes geschieht, das verhindert, die Situation nicht so zu Ende zu führen, wie man es gerne möchte. In Diskussionen hat man manchmal nur Sekunden, um zu reagieren und manchmal hat man das Gefühl, man hätte doch besser länger über die eignen Worte (in diesem Fall auch Taten) nachgedacht. Mein Blog existiert seit einem Jahr und ich habe knapp unter 8.000 Klicks. Das ist nichts Weltbewegendes. Die meisten werden direkt nach ihrer Ankunft schon wieder verschwunden sein. Einige werde gelesen haben, werden vielleicht sogar etwas verstanden haben, werden es unter Umständen NICHT als Sinnlosigkeit oder Zeitverschwendung betrachtet haben und sich in irgendeiner Art und Weise ihres Handelns bestärkt oder genötigt gefühlt haben. Vielleicht hat es sogar zu &quot;konkreten&quot; Handlungen geführt. Das ist ein Gewinn für meine Arbeit - klein, vielleicht sehr klein, aber nicht unwesentlich.
Ich will das Bloggen, das Reden im Allgemeinen, wie du vielleicht verstehst, nicht verherrlichen, sondern lediglich sagen, dass ich es falsch fände, es mit &quot;konkreten&quot; Handlungen aufzurechnen. Handeln, denken und darüber reden bedingen sich meines Erachtens gegenseitig. Ich persönlich habe mich nie so gefühlt, als ob ich mich in ein stilles Kämmerlein einschließen würde - das Schreiben war für mich immer ein Ausgleich für Gedanken, die ich in einem anderen Umfeld nicht fassen könnte. Genauso desillusioniert wie willyam jetzt eine Bloggpause einlegt kann man Parteiversammlungen, Anhörungen, Seminare oder einen Partner verlassen. Daran sehe ich überhaupt nichts Falsches. Das Wort &quot;desillusioniert&quot; beinhaltet aber nicht nur die Verzweiflung über Nutzlosigkeit, es impliziert auch, dass man seine Illusionen verloren hat und die Welt nun klar sieht. Daran glaube ich nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Es ist nicht dasselbe, ob ich im stillen Kämmerchen denke, dass jemand den Tod verdient, ob ich hinausgehe und ihn töte, oder ob ich dies per Flugblatt propagiere.&#8220;</p>
<p>Genau das meinte ich auch, als ich unter anderem schrieb</p>
<p>&#8222;&#8230;aber sie hat doch ihre (quantitative) Begründung. Denn man redet nicht nur über das Reden, sondern gerade was explizit politische Themen betrifft auch über andere konkrete Handlungen, die beim Sprechen allerdings alles andere als konkret sind. Sie können zutiefst verlogen sein und sich im Kreise drehen (das Wort palavern ist nicht ohne Grund ein Iterativ).&#8220;</p>
<p>Es ist nicht dasselbe &#8211; quantiativ gesehen. Und daher trenne ich sprachlich auch für gewöhnlich denken von handeln. Handeln bedeutet Schlussstriche setzen, Entschlüsse ziehen, Entscheidungen fällen. Denken bedeutet für mich, dass sich etwas im Prozess befindet. Ich sage ja, dass an dem Spruch, man solle Worten auch Taten folgen lassen etwas dran ist, aber auch Aktionismus kann aus hohlen Worten bestehen und auch das Schreiben eines Artikels kann eine Tat sein, die man anderen Worten folgen lässt.  </p>
<p>&#8222;Und das ist es, was Willyam unter den Fingern brennt: Da (noch) keiner von uns (ich sowieso nie) Adorno heißt, stellt sich die Frage, ob die Wirkung unseres Schreibens und Denkens im Netz ausreicht, nein: ob sie überhaupt vorhanden ist – und weiterhin, ob das Denken, nicht auch Veränderung im persönlichen Bereich nach sich ziehen sollte.&#8220;</p>
<p>Verstehe ich nicht. Was heißt denn ausreichen? Das setzt ja voraus, dass man schon ein klares Ziel vor Augen hat. Ich, für meinen Teil, habe das nicht. Ich blogge auch nicht um zu belehren oder zu erleuchten bzw. Politik zu machen. Ich entwickle Werkzeugkisten, die ich selbst und andere verwenden können, wenn sie sich einen Nutzen davon versprechen. Ich kommentiere um mir und anderen alternative Perspektiven zu ermöglichen. Wie sonst sollten die zustande kommen, wenn nicht in einem Dialog von Behauptung und Kritik?<br />
Was bedeutet denn die Frage &#8222;ob die Wirkung unseres Schreibens und Denkens im Netz ausreicht&#8220;? Was sind das für Ambitionen? Das klingt für mich so, als ob bloggen &#8222;Handlung light&#8220; wäre, sozusagen eine Vorstufe für den Einsatz im richtigen Leben. Natürlich polarisiere ich hier, weil ich sowohl das wie auch eine radikale Trennung von handeln und über handeln reden für ein Missverständnis halte.Es sind lediglich zwei (sehr holzschnittartige) Formen der Kommunikation, weswegen sie auch nicht wirklich miteinander konkurrieren können, es sei den man beschränkt sich darauf, lediglich das eine oder andere zu machen.<br />
Man kann einen Menschen, der auf den Gleisen Selbstmord begehen möchte durch Worte von seinem Versuch abbringen oder indem man ihn von dort weg zerrt. Reichen da die Worte aus? Ist es richtig, die Person in ihrem Handeln einzuschränken? Darauf gibt es nunmal keine Antwort, und das ist etwas, mit dem man sich zwar nicht abfinden muss, aber es doch meines Erachtens immer im Hinterkopf behalten sollte. Man kann nicht immer nur reden, irgendwann muss man handeln &#8211; aber der Moment, in dem das geschieht, den kann man nicht definieren. Deine Annahme &#8222;Es reicht eben nicht, bloß zu denken, dass Vegetarismus eine gerechtfertigte Lebenshaltung darstellt.&#8220; ist daher sowohl richtig als auch falsch. Sie ist falsch, weil niemand einfach eines morgens aufwacht und Vegetaria wird. Ich habe jahrelang darüber nachgedacht bis ich irgendwann genug Motivation gefunden habe, auf Fleisch und Fisch zu verzichten. Es ist richtig, weil die Person, die es beim Denken belassen will (sic!) ihr Ziel bereits aus den Augen verloren hat. Beides ist nicht einfach zu trennen. Viele Leute sagen, &#8222;ich würde ja auch gern, dies und das machen&#8220; und man hat im Gefühl, dass es eben doch nicht mehr ist als eine Ausflucht. Kann ja auch sein. Aber es kann genauso auch die erste vorsichtige Bewegung in Zielrichtung sein. Wir behaupten dann, dass die Peson es ernst meint, oder nicht ernst meint, weil wir glauben, die Person wolle handeln, oder nicht handeln. Im Grunde weiß das aber die jeweilige Person meist nicht einmal selbe. Ich denke regelmäßig darüber nach, ob ich nicht vielleicht besser auf Milchprodukte verzichten sollte und ich glaube, ich mache das manchmal aus Verlegenheit und manchmal mit dem festen Ziel etwas zu ändern. Vielleicht lebe ich schon morgen vegan, weil ich es heute nacht beschließe, vielleicht nicht. Wirklich aussuchen kann ich mir das ohnehin nicht. Und ich glaube, dass der Hauptgrund, dass ich heute keine Veganerin bin, darin liegt, dass ich es mir nicht vorstellen kann, vorstellen kann, wie das gehen soll. DAFÜR brauche ich die Worte anderer Menschen, dafür brauche ich Menschen, die es mir verständlich machen (das müssen weder Veganan sein, noch in sonstiger Hinsicht Menschen, die &#8222;perfekter&#8220; sind als ich, aber doch Menschen).<br />
Diese bei dir schon bald existenzialistisch klingt Frage nach dem Sinn des Schreibens kann durchaus berechtigt sein. Wie ich finde schwingt in ihr jedoch sowohl eigene Unter- als auch Überschätzung mit. Es klingt beinahe so, als ob man in der Bloggosphäre passiv dem Geschehen zusehen würde, während man die &#8222;wahren&#8220; Möglichkeiten die Realität zu verändern aus Faulheit, Feigheit, Inkonsequenz was auch immer links liegen lässt. Das kann so sein, ich würde aber sagen, dass es kaum der Fall ist.  Keiner von uns würde bloggen, wenn er nicht ein Bedürfnis danach hätte sich auszudrücken. Allein deswegen (und solange das Bedürfnis besteht) erfüllt es einen Sinn. Andererseits finde ich es naiv zu glauben, dass das &#8222;wahre&#8220; Leben &#8222;da draußen&#8220; erheblich wirksamere Mittel bereitstellt. Es sind größtenteils andere Mittel, teilweise durchaus auch mit geringerer Wirksamkeit. Mit vielen Handlungen verstören wir Leute und erreichen das Gegenteil, wenn sie mit dem Holzhammer ausgeübt werden. Geschriebene Worte haben mehr Wirkzeit, sie ermöglichen konzentriertes Reden UND zuhören, was in alltäglichen Gesprächen nicht immer möglich ist. Es gibt einen guten Grund, weswegen Kinder, weswegen auch viele Erwachsene sich Liebesbriefe schreiben anstatt miteinander zu reden. Es ist nicht die Angst sich mit der Bekennung von Zuneigung bloß zu stellen (zumindest nicht solange man einen Namen unter den Brief schreibt), es ist die Angst, Gedanken nicht in Form bringen zu können, dass man den Faden verliert,  dass man unterbrochen wird, generell dass etwas Unerwartetes geschieht, das verhindert, die Situation nicht so zu Ende zu führen, wie man es gerne möchte. In Diskussionen hat man manchmal nur Sekunden, um zu reagieren und manchmal hat man das Gefühl, man hätte doch besser länger über die eignen Worte (in diesem Fall auch Taten) nachgedacht. Mein Blog existiert seit einem Jahr und ich habe knapp unter 8.000 Klicks. Das ist nichts Weltbewegendes. Die meisten werden direkt nach ihrer Ankunft schon wieder verschwunden sein. Einige werde gelesen haben, werden vielleicht sogar etwas verstanden haben, werden es unter Umständen NICHT als Sinnlosigkeit oder Zeitverschwendung betrachtet haben und sich in irgendeiner Art und Weise ihres Handelns bestärkt oder genötigt gefühlt haben. Vielleicht hat es sogar zu &#8222;konkreten&#8220; Handlungen geführt. Das ist ein Gewinn für meine Arbeit &#8211; klein, vielleicht sehr klein, aber nicht unwesentlich.<br />
Ich will das Bloggen, das Reden im Allgemeinen, wie du vielleicht verstehst, nicht verherrlichen, sondern lediglich sagen, dass ich es falsch fände, es mit &#8222;konkreten&#8220; Handlungen aufzurechnen. Handeln, denken und darüber reden bedingen sich meines Erachtens gegenseitig. Ich persönlich habe mich nie so gefühlt, als ob ich mich in ein stilles Kämmerlein einschließen würde &#8211; das Schreiben war für mich immer ein Ausgleich für Gedanken, die ich in einem anderen Umfeld nicht fassen könnte. Genauso desillusioniert wie willyam jetzt eine Bloggpause einlegt kann man Parteiversammlungen, Anhörungen, Seminare oder einen Partner verlassen. Daran sehe ich überhaupt nichts Falsches. Das Wort &#8222;desillusioniert&#8220; beinhaltet aber nicht nur die Verzweiflung über Nutzlosigkeit, es impliziert auch, dass man seine Illusionen verloren hat und die Welt nun klar sieht. Daran glaube ich nicht.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von metepsilonema zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-719</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 20:42:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-719</guid>
		<description>Mal wieder den Antwortknopf verfehlt ... vielleicht, lieber Willyam kannst Du&#039;s der Übersicht halber an Laras Beitrag heften. Danke! 

[geht ja offensichtlich auch so, wie ich gerade lese ... ;-) _ w]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mal wieder den Antwortknopf verfehlt &#8230; vielleicht, lieber Willyam kannst Du&#8217;s der Übersicht halber an Laras Beitrag heften. Danke! </p>
<p>[geht ja offensichtlich auch so, wie ich gerade lese ... <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  _ w]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von metepsilonema zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-718</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 20:40:31 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-718</guid>
		<description>Die Frage ob Denken Handeln ist, oder nicht, geht am Kern des Problems vorbei, abgesehen davon, dass wir uns hierin doch einig sind. Denken ist eine Handlung, ja. Aber um Himmels willen - einen schwachen Erkenntnistheoretischen Realismus, weil er unserem Alltagsverständnis am nächsten kommt, vorausgesetzt - wir können doch die Wirkungen von Handlungen bei unserer Betrachtung nicht außer acht lassen! Es ist nicht dasselbe, ob ich im stillen Kämmerchen denke, dass jemand den Tod verdient, ob ich hinausgehe und ihn töte, oder ob ich dies per Flugblatt propagiere. Und das ist es, was Willyam unter den Fingern brennt: Da (noch) keiner von uns (ich sowieso nie) Adorno heißt, stellt sich die Frage, ob die Wirkung unseres Schreibens und Denkens im Netz ausreicht, nein: ob sie überhaupt vorhanden ist - und weiterhin, ob das Denken, nicht auch Veränderung im persönlichen Bereich nach sich ziehen sollte. Es reicht eben nicht, bloß zu denken, dass Vegetarismus eine gerechtfertigte Lebenshaltung darstellt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Frage ob Denken Handeln ist, oder nicht, geht am Kern des Problems vorbei, abgesehen davon, dass wir uns hierin doch einig sind. Denken ist eine Handlung, ja. Aber um Himmels willen &#8211; einen schwachen Erkenntnistheoretischen Realismus, weil er unserem Alltagsverständnis am nächsten kommt, vorausgesetzt &#8211; wir können doch die Wirkungen von Handlungen bei unserer Betrachtung nicht außer acht lassen! Es ist nicht dasselbe, ob ich im stillen Kämmerchen denke, dass jemand den Tod verdient, ob ich hinausgehe und ihn töte, oder ob ich dies per Flugblatt propagiere. Und das ist es, was Willyam unter den Fingern brennt: Da (noch) keiner von uns (ich sowieso nie) Adorno heißt, stellt sich die Frage, ob die Wirkung unseres Schreibens und Denkens im Netz ausreicht, nein: ob sie überhaupt vorhanden ist &#8211; und weiterhin, ob das Denken, nicht auch Veränderung im persönlichen Bereich nach sich ziehen sollte. Es reicht eben nicht, bloß zu denken, dass Vegetarismus eine gerechtfertigte Lebenshaltung darstellt.</p>
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	<item>
		<title>Kommentare von Lara zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-717</link>
		<dc:creator>Lara</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 15:18:46 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-717</guid>
		<description>Ich stimme dem vorbehaltlos zu, was Gregor weiter oben sagte: denken ist handeln. Jede &quot;äußerliche&quot; Handlung ist meines Erachtens der Denkleistung vollkommen gleich zu setzen, mal abgesehen davon, dass wir keine Ahnung davon haben, ob wir wirklich denken &amp; handeln oder nur ein Effekt des Körpers  sind. Ebenso ist Kommunikation (damit meine ich nicht &quot;Sagen&quot; und &quot;Zuhören&quot; sondern &quot;Verständnis erzeugen&quot;) die Unterbreitung von Handlungsmöglichkeiten an andere. Denken und darüber Reden hat somit durchaus essenziellen Wert für die Verbreit(er)ung der Handlungsmöglichkeiten Anderer. 
Kommunikation ermöglicht es uns, soziale Impulse zu geben, handlungsleitend zu werden. Was haben Adorno und Derrida schon verändert? Nun, scheinbar einiges, sonst würden wir in diesem Kontext nicht über sie reden. &quot;Kein Mensch hat Völker jemals mehr bewegt als ihre Dichter&quot; hat Primo de Rivera einmal gesagt, und obwohl die politische Richtung aus der er kam sicherlich nicht die meine ist, liegt darin meines Erachtens viel Brauchbares: Adorno war und ist ein Poet des Denkens gewesen, genauso wie Kant oder Goebbels es sind (weil sie so betrachtet worden sind und werden). Es kann unglaublich viel Macht darin liegen, sich auf Darwins Wissen zu berufen oder auf die Heilige Schrift hinzuweisen. Und dennoch: dominantes Wissen ist nie einzelnen Personen entsprungen. Wohl aber sind einzelne Personen (bzw. Namen) zu dessen Ikonen geworden. Was hat ein Joseph Fischer schon bewirkt? Er stand eben am Kopf einer Bewegung seiner Zeit. Noch heute hetzt die extreme Rechte gegen ihn als Inbegriff von &quot;Multikulti&quot;. Genauso ist die Geschichte nie einer Aktion, sondern immer dem Fluss unterschiedlicher und größtenteils unkoordinierter Handlungen entsprungen - und doch nehmen Menschen in unseren kommunikativen Kreisen heute wenn sie über Demokratie sprechen &quot;den Zweiten Weltkrieg&quot; als einen der wichtigsten Bezugspunkte für ihr gegenwärtige Handeln. 
Werden Derrida und Adorno, werden Akademiker im Allgemeinen überschätzt? Das kommt darauf an - aber diese Fragestellung suggeriert doch eher, dass man grundsätzlich ein verzerrtes Bild von der Steuerungsgfähigkeit der Geschehnisse hat. Der akademische Diskurs ist nicht unmittelbar handlungsleitend (in seinem Ideal will er das auch gar nicht sein), aber er wird es und zwar nicht nur durch diejenigen, die einen Carl Schmitt, Habermas oder Mittelstraß zitieren, sondern gerade durch die, die sie NICHT zitieren, wohl aber ihre Gedankenstränge aufnehmen, weil sie sie eben nicht für eine Erfindung des Denkers halten, sondern für eine universelle Selbstverständlichkeit.

Die Unterscheidung von Worten und Taten ist aus rein qualitativer Sicht natürlich vollkommener Stuss - wer denkt handelt (schon aus grammatischer Sicht, aber meinetwegen auch im Form eines sprachlichen Tabubruchs [sehr einfach übrigens, ihr Arschlöcher]) -, aber sie hat doch ihre (quantitative) Begründung. Denn man redet nicht nur über das Reden, sondern gerade was explizit politische Themen betrifft auch über andere konkrete Handlungen, die beim Sprechen allerdings alles andere als konkret sind. Sie können zutiefst verlogen sein und sich im Kreise drehen (das Wort palavern ist nicht ohne Grund ein Iterativ). Man kann so unglaublich viel darüber reden, was man alles an der Welt lächerlich findet, und letztlich doch nicht darüber lachen. Man kann Urteile aussprechen, Wertungen abgeben, rhetorische Fragen stellen und damit das Bild einer zutiefst falschen und verrottenden Welt eröffnen und doch ist es zuweilen gar keine Kritik am Gegenstand, sondern vielmehr Effekt der eigenen Angst und des Versuchs diese zu kompensieren. Vielleicht ist gerade das das Schicksal vieler einsamer Rhetorikan, weil niemand sie in ihrer Anonymität dazu nötigt die Rolle des Philosophan abzulegen und (zumindest dann, wenn sie Forderungen an die Welt stellen) zu Politikan zu werden. In der Blogosphäre so wie in anderen Auditorien wird vor allen Dingen palavert (ohne das in diesem Fall negativ zu meinen).
In dieser Welt haben Menschen schon vor ganz anderen Ereignissen kapituliert und tun es täglich. Sie werden es wieder tun und sie werden wieder Hoffnung gewinnen, selbst wenn sie kurz vor ihrer eigenen Vernichtung stehen. Das ist die rein philosophische Erkenntnis, die wir aus den Geschehnissen der Vergangenheit und Gegenwart gewinnen können. 
Nichtsdestotrotz wird diese wellenartig scheinende Entwicklung nie für jeden einzelnen Menschen und nie für alle Menschen gleichermaßen gelten, weswegen moralische Handlungen, die sich später evtl. als falsch erweisen, zu erwarten, aber auch notwendig sind, das ist die politische Erkenntnis. 
Vor all dem kann man resignieren und nur die eigene Irrelevanz betrachten. Die Frage ist nur, weswegen man das machen sollte. &quot;Die geistige Elite&quot; existiert ohnehin nicht, deswegen ist es für sie unmöglich irgendwelche Diskurse zu steuern. Aber es gibt sie irgendwie doch: die Diskurse, die uns davon abhalten nackt baden zu gehen (obwohl es erlaubt ist), Menschen zu ermorden (obwohl man es zuweilen kann und dafür nicht einmal bestraft wird), das Wort zu erheben (obwohl man meint, im Recht zu sein). Wir leben nicht in einer Diktatur aber wir sind dennoch diskursiven Machtstrukturen ausgesetzt, deswegen ist politische Untätigkeit nicht zwangsläufig ein Zeichen von Faul- oder Trägheit, sondern vielmehr ein Indikator, dass sich Menschen in diese Strukturen eingefunden haben. Was können wir durch Denken schon verändern? Viel - die Frage ist, was viel ist. Wer meint, man könne Gerechtigkeit, Sachlichkeit oder Gleichberechtigung erreichen, wie man eine Ziellinie erreicht, ist nicht nur zum Scheitern verurteilt, at wird auch jeden Teilerfolg seines Bestrebens an einer utopischen Welt messen und dessen Bedeutung dadurch ins Unermessliche mindern. Kritisches Bestreben aber verbietet es ein handlungleitendes Ziel vorab zu definieren, es muss &quot;Ziel&quot; immer als Vektor, nicht als Ort definieren. 
Durch Kritik können wir neue Handlungsrahmen schaffen. Und sobald wir diese etabliert haben müssen wir sie (zumindest wenn wir uns kritischen Idealen verschrieben haben) verwerfen und neue Alternativen schaffen. Wenn man Wissen mit Foucault als Macht begreift, dann ist die Wissenschaft vor allem ein Apparat mit dem Machtstrukturen geschaffen und betrachtet werden, deswegen ist jegliche Kritik an etwaiger Selbstgefälligkeit der Universitäten gerechtfertigt und auch notwendig. Das bedeutet jedoch nicht, dass Wissenschaft zwangsläufig so verlogen wäre wie die anderen vielzähligen Techniken der Errichtung von Wissensordnungen. Außer Wissenschaftlern haben wenige Leute die Zeit sich mit diesen Ordnungen zu befassen. Die meisten, die es dennoch im großen Umfang tun, sind meiner Erfahrung nach (um es polarisiert auszudrücken) PR-Agenten oder Verschwörungstheoretiker. Nur weil &quot;die Uni&quot; in einigen Fällen mehr dazu beiträgt Wissensordnungen zu stützen, als sie regelmäßig zu durchbrechen, heißt es nicht, dass sie durchweg verkopft ist. Bin ich (als Teil &quot;der Uni&quot;) in jeglicher Hinsicht verkopft? Vielleicht, aber bestimmt nicht bis ins letzte Detail.

P.S.: @Gregor Ich finde, dass du einige sehr intelligente Dinge sagst, aber dann kommt manchmal so ein &quot;Im Moment ist es so, dass Politik NUR handelt.&quot; Ist das nicht genauso lächerlich, wie Menschen, die Politik kritisieren und nicht dazu bereit sind welche zu machen (Ich finde übrigens auch letzteres kann man nicht immer pauschal verurteilen - wenn Menschen keinen Weg sehen Politik  [in Parteien oder egal wo] zu machen [meine Erfahrung habe mir den Eindruck gegeben, dass das nicht selten der Fall ist], kann man es ihnen schwerlich vorwerfen, sondern müsste vielmehr sein Bestes versuchen, Wege aufzuzeigen, oder nicht?)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stimme dem vorbehaltlos zu, was Gregor weiter oben sagte: denken ist handeln. Jede &#8222;äußerliche&#8220; Handlung ist meines Erachtens der Denkleistung vollkommen gleich zu setzen, mal abgesehen davon, dass wir keine Ahnung davon haben, ob wir wirklich denken &amp; handeln oder nur ein Effekt des Körpers  sind. Ebenso ist Kommunikation (damit meine ich nicht &#8222;Sagen&#8220; und &#8222;Zuhören&#8220; sondern &#8222;Verständnis erzeugen&#8220;) die Unterbreitung von Handlungsmöglichkeiten an andere. Denken und darüber Reden hat somit durchaus essenziellen Wert für die Verbreit(er)ung der Handlungsmöglichkeiten Anderer.<br />
Kommunikation ermöglicht es uns, soziale Impulse zu geben, handlungsleitend zu werden. Was haben Adorno und Derrida schon verändert? Nun, scheinbar einiges, sonst würden wir in diesem Kontext nicht über sie reden. &#8222;Kein Mensch hat Völker jemals mehr bewegt als ihre Dichter&#8220; hat Primo de Rivera einmal gesagt, und obwohl die politische Richtung aus der er kam sicherlich nicht die meine ist, liegt darin meines Erachtens viel Brauchbares: Adorno war und ist ein Poet des Denkens gewesen, genauso wie Kant oder Goebbels es sind (weil sie so betrachtet worden sind und werden). Es kann unglaublich viel Macht darin liegen, sich auf Darwins Wissen zu berufen oder auf die Heilige Schrift hinzuweisen. Und dennoch: dominantes Wissen ist nie einzelnen Personen entsprungen. Wohl aber sind einzelne Personen (bzw. Namen) zu dessen Ikonen geworden. Was hat ein Joseph Fischer schon bewirkt? Er stand eben am Kopf einer Bewegung seiner Zeit. Noch heute hetzt die extreme Rechte gegen ihn als Inbegriff von &#8222;Multikulti&#8220;. Genauso ist die Geschichte nie einer Aktion, sondern immer dem Fluss unterschiedlicher und größtenteils unkoordinierter Handlungen entsprungen &#8211; und doch nehmen Menschen in unseren kommunikativen Kreisen heute wenn sie über Demokratie sprechen &#8222;den Zweiten Weltkrieg&#8220; als einen der wichtigsten Bezugspunkte für ihr gegenwärtige Handeln.<br />
Werden Derrida und Adorno, werden Akademiker im Allgemeinen überschätzt? Das kommt darauf an &#8211; aber diese Fragestellung suggeriert doch eher, dass man grundsätzlich ein verzerrtes Bild von der Steuerungsgfähigkeit der Geschehnisse hat. Der akademische Diskurs ist nicht unmittelbar handlungsleitend (in seinem Ideal will er das auch gar nicht sein), aber er wird es und zwar nicht nur durch diejenigen, die einen Carl Schmitt, Habermas oder Mittelstraß zitieren, sondern gerade durch die, die sie NICHT zitieren, wohl aber ihre Gedankenstränge aufnehmen, weil sie sie eben nicht für eine Erfindung des Denkers halten, sondern für eine universelle Selbstverständlichkeit.</p>
<p>Die Unterscheidung von Worten und Taten ist aus rein qualitativer Sicht natürlich vollkommener Stuss &#8211; wer denkt handelt (schon aus grammatischer Sicht, aber meinetwegen auch im Form eines sprachlichen Tabubruchs [sehr einfach übrigens, ihr Arschlöcher]) -, aber sie hat doch ihre (quantitative) Begründung. Denn man redet nicht nur über das Reden, sondern gerade was explizit politische Themen betrifft auch über andere konkrete Handlungen, die beim Sprechen allerdings alles andere als konkret sind. Sie können zutiefst verlogen sein und sich im Kreise drehen (das Wort palavern ist nicht ohne Grund ein Iterativ). Man kann so unglaublich viel darüber reden, was man alles an der Welt lächerlich findet, und letztlich doch nicht darüber lachen. Man kann Urteile aussprechen, Wertungen abgeben, rhetorische Fragen stellen und damit das Bild einer zutiefst falschen und verrottenden Welt eröffnen und doch ist es zuweilen gar keine Kritik am Gegenstand, sondern vielmehr Effekt der eigenen Angst und des Versuchs diese zu kompensieren. Vielleicht ist gerade das das Schicksal vieler einsamer Rhetorikan, weil niemand sie in ihrer Anonymität dazu nötigt die Rolle des Philosophan abzulegen und (zumindest dann, wenn sie Forderungen an die Welt stellen) zu Politikan zu werden. In der Blogosphäre so wie in anderen Auditorien wird vor allen Dingen palavert (ohne das in diesem Fall negativ zu meinen).<br />
In dieser Welt haben Menschen schon vor ganz anderen Ereignissen kapituliert und tun es täglich. Sie werden es wieder tun und sie werden wieder Hoffnung gewinnen, selbst wenn sie kurz vor ihrer eigenen Vernichtung stehen. Das ist die rein philosophische Erkenntnis, die wir aus den Geschehnissen der Vergangenheit und Gegenwart gewinnen können.<br />
Nichtsdestotrotz wird diese wellenartig scheinende Entwicklung nie für jeden einzelnen Menschen und nie für alle Menschen gleichermaßen gelten, weswegen moralische Handlungen, die sich später evtl. als falsch erweisen, zu erwarten, aber auch notwendig sind, das ist die politische Erkenntnis.<br />
Vor all dem kann man resignieren und nur die eigene Irrelevanz betrachten. Die Frage ist nur, weswegen man das machen sollte. &#8222;Die geistige Elite&#8220; existiert ohnehin nicht, deswegen ist es für sie unmöglich irgendwelche Diskurse zu steuern. Aber es gibt sie irgendwie doch: die Diskurse, die uns davon abhalten nackt baden zu gehen (obwohl es erlaubt ist), Menschen zu ermorden (obwohl man es zuweilen kann und dafür nicht einmal bestraft wird), das Wort zu erheben (obwohl man meint, im Recht zu sein). Wir leben nicht in einer Diktatur aber wir sind dennoch diskursiven Machtstrukturen ausgesetzt, deswegen ist politische Untätigkeit nicht zwangsläufig ein Zeichen von Faul- oder Trägheit, sondern vielmehr ein Indikator, dass sich Menschen in diese Strukturen eingefunden haben. Was können wir durch Denken schon verändern? Viel &#8211; die Frage ist, was viel ist. Wer meint, man könne Gerechtigkeit, Sachlichkeit oder Gleichberechtigung erreichen, wie man eine Ziellinie erreicht, ist nicht nur zum Scheitern verurteilt, at wird auch jeden Teilerfolg seines Bestrebens an einer utopischen Welt messen und dessen Bedeutung dadurch ins Unermessliche mindern. Kritisches Bestreben aber verbietet es ein handlungleitendes Ziel vorab zu definieren, es muss &#8222;Ziel&#8220; immer als Vektor, nicht als Ort definieren.<br />
Durch Kritik können wir neue Handlungsrahmen schaffen. Und sobald wir diese etabliert haben müssen wir sie (zumindest wenn wir uns kritischen Idealen verschrieben haben) verwerfen und neue Alternativen schaffen. Wenn man Wissen mit Foucault als Macht begreift, dann ist die Wissenschaft vor allem ein Apparat mit dem Machtstrukturen geschaffen und betrachtet werden, deswegen ist jegliche Kritik an etwaiger Selbstgefälligkeit der Universitäten gerechtfertigt und auch notwendig. Das bedeutet jedoch nicht, dass Wissenschaft zwangsläufig so verlogen wäre wie die anderen vielzähligen Techniken der Errichtung von Wissensordnungen. Außer Wissenschaftlern haben wenige Leute die Zeit sich mit diesen Ordnungen zu befassen. Die meisten, die es dennoch im großen Umfang tun, sind meiner Erfahrung nach (um es polarisiert auszudrücken) PR-Agenten oder Verschwörungstheoretiker. Nur weil &#8222;die Uni&#8220; in einigen Fällen mehr dazu beiträgt Wissensordnungen zu stützen, als sie regelmäßig zu durchbrechen, heißt es nicht, dass sie durchweg verkopft ist. Bin ich (als Teil &#8222;der Uni&#8220;) in jeglicher Hinsicht verkopft? Vielleicht, aber bestimmt nicht bis ins letzte Detail.</p>
<p>P.S.: @Gregor Ich finde, dass du einige sehr intelligente Dinge sagst, aber dann kommt manchmal so ein &#8222;Im Moment ist es so, dass Politik NUR handelt.&#8220; Ist das nicht genauso lächerlich, wie Menschen, die Politik kritisieren und nicht dazu bereit sind welche zu machen (Ich finde übrigens auch letzteres kann man nicht immer pauschal verurteilen &#8211; wenn Menschen keinen Weg sehen Politik  [in Parteien oder egal wo] zu machen [meine Erfahrung habe mir den Eindruck gegeben, dass das nicht selten der Fall ist], kann man es ihnen schwerlich vorwerfen, sondern müsste vielmehr sein Bestes versuchen, Wege aufzuzeigen, oder nicht?)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von metepsilonema zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-716</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 20:26:22 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;a href=&quot;http://mojamalarevolucja.wordpress.com/2009/08/25/ideal&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Link nachgereicht&lt;/a&gt;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mojamalarevolucja.wordpress.com/2009/08/25/ideal" rel="nofollow">Link nachgereicht</a>.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von metepsilonema zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-715</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 20:25:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-715</guid>
		<description>Zweifellos interessant, aber eine andere Frage. Ich denke es ist eins mit dem notwendigen Scheitern von Idealen&lt;/a&gt;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zweifellos interessant, aber eine andere Frage. Ich denke es ist eins mit dem notwendigen Scheitern von Idealen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von blogozentriker zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-714</link>
		<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 15:11:50 +0000</pubDate>
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		<description>PS: Wobei ich den Ansatz schon bedenkenswert finde, dass grundsätzlich in Frage stehe, ob nach dem Denken wirklich werde gehandelt werden können. Wo man das hintun könnte, ist mir auf Anhieb nicht klar.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>PS: Wobei ich den Ansatz schon bedenkenswert finde, dass grundsätzlich in Frage stehe, ob nach dem Denken wirklich werde gehandelt werden können. Wo man das hintun könnte, ist mir auf Anhieb nicht klar.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von blogozentriker zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-713</link>
		<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 15:10:18 +0000</pubDate>
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		<description>Das wiederum meinte ich, dass man in seinem Handeln das vorausgegangene Denken ganz unvermeidlich reflektiert.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das wiederum meinte ich, dass man in seinem Handeln das vorausgegangene Denken ganz unvermeidlich reflektiert.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von metepsilonema zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-712</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 13:50:17 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;i&gt;Man darf ja aber natürlich auch nicht ganz vergessen, dass Denken späteres Handeln sehr wohl beeinflusst, oder?&lt;/i&gt;

Auch das bestreitet vermutlich weder Willyam noch ich, die Frage um die es sich dreht, ist doch ob das spätere Handeln auch folgt, etwa wenn &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Singer&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Peter Singer&lt;/a&gt; kein Vegetarier wäre.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><i>Man darf ja aber natürlich auch nicht ganz vergessen, dass Denken späteres Handeln sehr wohl beeinflusst, oder?</i></p>
<p>Auch das bestreitet vermutlich weder Willyam noch ich, die Frage um die es sich dreht, ist doch ob das spätere Handeln auch folgt, etwa wenn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Singer" rel="nofollow">Peter Singer</a> kein Vegetarier wäre.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Kommentare von blogozentriker zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-711</link>
		<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 09:58:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-711</guid>
		<description>Man darf ja aber natürlich auch nicht ganz vergessen, dass Denken späteres Handeln sehr wohl beeinflusst, oder? Was mir heute einfällt, kann mir morgen schon einen Ausfall ersparen! Tatsächlich ist dieses Beharren auf dem Primat des einen oder anderen etwas undialektisch; als bestünden wir immer nur aus dem einen Moment, in dem wir sind. Gleich darauf schon sind wir ja wieder mehr oder weniger.

Wenn ich heute Doderer lese, kann ich morgen vielleicht schon mit größerer Sanftheit auf einen Idioten eingehen. Ist&#039;s nicht so, am End&#039;?

Was ich auch lohnend finde, ist wirklich die -- auf den ersten Blick leicht barbarisch anmutende, mag sein -- Kalkulation, die Lou Reed angestellt hat: &quot;You get less time for stealing a car / I remember thinking as I heard my own record in a bar.&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Man darf ja aber natürlich auch nicht ganz vergessen, dass Denken späteres Handeln sehr wohl beeinflusst, oder? Was mir heute einfällt, kann mir morgen schon einen Ausfall ersparen! Tatsächlich ist dieses Beharren auf dem Primat des einen oder anderen etwas undialektisch; als bestünden wir immer nur aus dem einen Moment, in dem wir sind. Gleich darauf schon sind wir ja wieder mehr oder weniger.</p>
<p>Wenn ich heute Doderer lese, kann ich morgen vielleicht schon mit größerer Sanftheit auf einen Idioten eingehen. Ist&#8217;s nicht so, am End&#8217;?</p>
<p>Was ich auch lohnend finde, ist wirklich die &#8212; auf den ersten Blick leicht barbarisch anmutende, mag sein &#8212; Kalkulation, die Lou Reed angestellt hat: &#8222;You get less time for stealing a car / I remember thinking as I heard my own record in a bar.&#8220;</p>
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		<title>Kommentare von metepsilonema zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-710</link>
		<dc:creator>metepsilonema</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 18:09:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-710</guid>
		<description>@Gregor

Ich meine ja nicht, dass Denken kein Handeln ist - gegen bedachtes Handeln spricht auch nichts, aber siehst Du gar keinen Unterschied zwischen diesem und dem bloß Gedachten oder Gesprochenen? Die Welt vom Sofa aus zu beurteilen ändert noch nichts, und solange aus dem Lesen der Zeitung nichts weiter folgt, kann man es sich doch eigentlich sparen, oder?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Gregor</p>
<p>Ich meine ja nicht, dass Denken kein Handeln ist &#8211; gegen bedachtes Handeln spricht auch nichts, aber siehst Du gar keinen Unterschied zwischen diesem und dem bloß Gedachten oder Gesprochenen? Die Welt vom Sofa aus zu beurteilen ändert noch nichts, und solange aus dem Lesen der Zeitung nichts weiter folgt, kann man es sich doch eigentlich sparen, oder?</p>
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		<title>Kommentare von willyam zu Alle Biedermeier, oder was?</title>
		<link>http://willyams.wordpress.com/2009/11/18/alle-biedermeier-oder-was/#comment-709</link>
		<dc:creator>willyam</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 08:59:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://willyams.wordpress.com/?p=990#comment-709</guid>
		<description>... &lt;i&gt;den Widerspruch (oder die Inkonsistenz) zwischen den theoretischen Überzeugungen und der alltäglichen Routine beseitigen&lt;/i&gt; - das finde ich sehr schick festgehalten. Vor allem macht mir die Formulierung (mal wieder) eins bewusst: dass ich furchtbar verkopft denke, den Kern des Vorwurfs aber aus ganz anderen, wenn man so wollte: &quot;praktischeren&quot; Erfahrungen ableite. Worüber ich mich (mit wohlständischer Übertreibung?) beklage, ist tatsächlich die augenfällige Diskrepanz zwischen dem an der Uni &quot;praktizierten&quot; ethischen Denken und dessen vollkommener Unübersetzbarkeit in &quot;realere&quot;, konkretere Kontexte. Mir fehlt quasi die reale Erfahrung der Lehrenden, der Nachweis, dass sie mit dem, was sie predigen, auch Erfahrung haben. Und da ich selbst diese Erfahrungen gemacht habe (z.B. &lt;a href=&quot;http://www.xenion.org/xenion/de/angebote/mentorenprojekt&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;), entsteht für mich eine Art Desillusionierungsspirale: Ich bin weder in der Uni zu Hause - weil die &quot;der Welt&quot; zu enthoben ist - noch in der Praxis - weil dort immer das Argument des Sachzwangs herrscht, das Veränderung unmöglich macht. 

Trotzdem halte ich (noch) an der Uni fest, weil ich sie für den &quot;richtigen Ort&quot; halte, um beide Welten, die der Erfahrungen und die der Denkblasen, zusammenzubringen. Schließlich muss ich ja, lieber Bob Blogo, an IRGENDWAS glauben. Vielleicht muss ich da aber auch einfach mal umdenken, so allmählich ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; <i>den Widerspruch (oder die Inkonsistenz) zwischen den theoretischen Überzeugungen und der alltäglichen Routine beseitigen</i> &#8211; das finde ich sehr schick festgehalten. Vor allem macht mir die Formulierung (mal wieder) eins bewusst: dass ich furchtbar verkopft denke, den Kern des Vorwurfs aber aus ganz anderen, wenn man so wollte: &#8222;praktischeren&#8220; Erfahrungen ableite. Worüber ich mich (mit wohlständischer Übertreibung?) beklage, ist tatsächlich die augenfällige Diskrepanz zwischen dem an der Uni &#8222;praktizierten&#8220; ethischen Denken und dessen vollkommener Unübersetzbarkeit in &#8222;realere&#8220;, konkretere Kontexte. Mir fehlt quasi die reale Erfahrung der Lehrenden, der Nachweis, dass sie mit dem, was sie predigen, auch Erfahrung haben. Und da ich selbst diese Erfahrungen gemacht habe (z.B. <a href="http://www.xenion.org/xenion/de/angebote/mentorenprojekt" rel="nofollow">hier</a>), entsteht für mich eine Art Desillusionierungsspirale: Ich bin weder in der Uni zu Hause &#8211; weil die &#8222;der Welt&#8220; zu enthoben ist &#8211; noch in der Praxis &#8211; weil dort immer das Argument des Sachzwangs herrscht, das Veränderung unmöglich macht. </p>
<p>Trotzdem halte ich (noch) an der Uni fest, weil ich sie für den &#8222;richtigen Ort&#8220; halte, um beide Welten, die der Erfahrungen und die der Denkblasen, zusammenzubringen. Schließlich muss ich ja, lieber Bob Blogo, an IRGENDWAS glauben. Vielleicht muss ich da aber auch einfach mal umdenken, so allmählich &#8230;</p>
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