überspringe Navigation

Kategoriearchive: Geschichtsphilosophie

nix nachhaltig

„Wir haben die Welt nicht von unseren Eltern geerbt, sondern nur von unseren Kindern geliehen“, hat man mal gesagt. Heute geht es uns, für uns, um „Nachhaltigkeit“, und wir zitieren anstelle eines „alten indianischen Sprichworts“ regionale Positionspapiere, den Fortschrittsbericht 2008 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie oder die EU-Strategie für Nachhaltige Entwicklung, allesamt Entwürfe weitsichtiger, vorausschauender, verträglicher Haushaltsnutzung. [...]

Widerstand: geistige Rebellion

Wo setzen “Selbstbehauptung und Widerstand”* im Konzentrationslager an? Sicherlich doch nicht erst bei der “‘Bemühung[...] um eine organisierte Gegenwirkung gegen die Vernichtungstendenzen der SS’”?
Auch wenn sich Hermann Langbeins Definition durchgesetzt haben mag, zweifele ich an der Einschränkung, mit der sich alle “Gegenwirkung” erst durch ihre Organisation qualifiziert. Nicht, dass ich koordinierten Widerstand damit kleinreden, gar [...]

Statusabfrage

Eine Frage, irgendwann zur späteren Beantwortung notiert: Was ist eigentlich vergangen? Was ist Vergangenheit?
Die Betonung ist nicht ontologisch gemeint, keine Sehnsucht nach historisch essentieller Einsicht. Mir geht’s um den zeitlichen Status, die blinde Festlegung: Das Vergangene muss gegenwärtig – Gegenwart – sein, um als Vergangenes eingeordnet werden zu können. Auf den grundsätzlichen Umkehrschluss muss man [...]

weitergegeben

Ella gibt ihren Lesern immer wieder die ein oder andere sehr gute Leseempfehlung an die Hand, zuletzt eine aus dem Spiegel 1/2009: Harald Welzers “Blindflug durch die Welt. Die Finanzkrise als Epochenwandel“. Lesen, weitergeben.

eine Handvoll Helden

Kurzer Einschub, während ich mit anderem befasst bin. Ich bin eigentlich kein Freund von Listen. Die einzige Ordnung dieser Art, die ich konsequent führe – gelegentliche Verschiebungen natürlich eingeräumt -, ist meine Bewunderung für große Denker: meine sogenannte “Handvoll Helden”. Ständiges Mitglied seit geraumer Zeit ist beispielsweise Edward Said. Darum:

in Ausbildung

Allen verzweifelten Wünschen zum Trotz, aus der Geschichte lernen zu wollen: Der Mensch ist und bleibt ein Erfahrungstier. Wir kommen ungelernt auf die Welt.

Synchronisierungen

In Blochs “Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen” kann man folgende Wertung, ein Bedauern, angelegt sehen: Einen Verweis auf die Ungleichzeitigkeit dessen, das, den Idealfall gesetzt, eigentlich gleichzeitig wäre.
Die europäische Tradition der Geschichtsschreibung, selbst die linke, ist von Versuchen, solche Ungleichzeitigkeiten zu synchronisieren, durchsetzt. Marx persönlich liefert dafür einen transparenten Beweis. In der Frage um “Die britische Herrschaft [...]

On Presentism

Ich sprach da neulich von einem Essay. Voilà (und damit ist auch dieses endlich ausführlich auseinandergenommen …):
Very vaguely, I recall a paragraph in Jacques Derrida’s Rogues: Two Essays on Reason in which he almost in passing emphasises how the expectation of future change “from tomorrow onwards” cannot be else but rooted in the very present [...]

Oszillierende Gegenwart

Gedankliches Flickwerk, zusammengefügt aus einem Essay, an dem ich gerade arbeite. Man verstehe es als Versuch einer Antwort auf eine Frage, zu der mich Mark schon vor einiger Zeit inspiriert hat. Es ging um folgendes:
“[...] a new model has arisen over the past decade, in which visual cognition is understood not as a camera but [...]

Bleibender Verlust

Aus Wien vor dreizehn Tagen die Frage, wie ich mit Boris Luries “Railroad” aus dem Jahr 1959 umgehe. Die fast zwei Wochen haben allerdings wenig an dem Umstand geändert, dass ich nach wie vor nicht weiß, wie ich dieser “Arbeit” begegnen soll. Ich ertappe mich dabei, wie ich jede beschreibende Annäherung sofort in Anführungszeichen setzten [...]