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Ohne Kommentar

Die „islamkritische“, eigentlich: anitislamische Haltung der F.A.Z. ist an sich keine empörte Meldung (mehr) wert. Trotzdem irritiert mich der Umgang mit den Rückmeldungen zu einem Artikel (R. Mönch, „Besser nicht alle Feste feiern, wie sie fallen“), auf den ich schon an früherer Stelle verwiesen habe.

Gute zwölf Stunden nach Veröffentlichung des Artikels war die Kommentarfunktion bereits deaktiviert; lediglich zwei Lesermeinungen hat die Redaktion zur Veröffentlichung freigegeben. Auf meine Anfrage antwortete die Redaktion, sie habe die Reissleine gezogen, nachdem „die eingehenden Lesermeinungen [...] in überwältigender Mehrheit gegen die Richtlinien für Leser-Kommentare“ verstoßen hätten. Diese betonen, dass „[j]eder verfasste Beitrag [...] von der Redaktion geprüft“, und nur insofern er „konstruktiv und kritisch“ verfasst ist und „seriös[en] und sachbezogen[en]“ Bezug zu seinem Thema erkennen lässt, „schnellstmöglich veröffentlicht“ wird.

Der Abgleich mit den beiden veröffentlichten Rückmeldungen macht allerdings stutzig: Dem ersten zufolge „dreht es sich ja [heute] nicht mehr um die Frage, ob die offene Gesellschaft noch zu retten ist, sondern lediglich darum, wie [in Deutschland] der Bürgerkrieg abgewendet werden kann“; der zweite rückt den Islam in die Nähe „absurder“ Nazitümelei. Man muss im Rückschluss also annehmen dürfen, dass die F.A.Z. mit der prinzipiellen Stoßrichtung solcher Äußerungen konform geht – oder zumindest ihren Anspruch, „beleidigende, [...] sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen“ von einer grundsätzlichen Freischaltung auszuschließen, nicht so ganz hundertprozentig wahrnehmen möchte: Man könne eben, so heißt es in der letzten Antwort auf meine anhaltende Verwunderung, „nicht ausschließen, dass mitunter auch Leserkommentare freigegeben werden, die den Richtlinien bei genauerem Hinsehen nicht entsprechen“ …

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